Nur noch 9 von 27 Rathauschefs bei den Sozialdemokraten

SPD verliert in Rathäusern in der Schwalm an Einfluss

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Ist bei Bürgermeisterwahlen im Schwalm-Eder-Kreis nicht mehr immer erste Wahl: Die SPD hat in den vergangenen Jahren viele Chefposten in den Rathäusern verloren. 

Schwalm-Eder. Die Zeiten der SPD-Hochburgen im Schwalm-Eder-Kreis sind vorüber. Keine der größeren Städte im Landkreis wird mehr von einem sozialdemokratischen Bürgermeister geführt.

Zuletzt ging auch die Bürgermeisterwahl in Borken verloren, wo die Genossen über Jahrzehnte den Verwaltungschef gestellt haben. Dort wird am 1. Dezember Marcel Pritsch-Rehm (Freie Wähler-Gemeinschaft) das Amt von Bernd Heßler (SPD) übernehmen.

In vielen Städten und Gemeinden steht derzeit auch ein Generationenwechsel an. Bürgermeister wie beispielsweise Günter Jung (Wabern), Bernd Heßler (Borken) und Werner Lange (Niedenstein, alle SPD) treten nach deutlich mehr als 20 Jahren ab und machen jüngeren Nachfolgern Platz. Im kommenden Jahr geht auch der Sozialdemokrat Birger Fey (Frielendorf) in den Ruhestand. Weitere Bürgermeisterwahlen stehen in Morschen und Spangenberg an.

Auch ein anderer Trend ist zu beobachten: Neun Bürgermeister sind parteilos oder unabhängig, zum Teil wurden sie im Wahlkampf aber aus dem bürgerlichen Lager unterstützt. Beispiele sind Nico Ritz (Homberg) und Markus Boucsein (Melsungen) sowie Frank Grunewald (Niedenstein). Die CDU stellt im Landkreis fünf Bürgermeister, die FDP drei. Marcel Pritsch-Rehm wird der erste Verwaltungschef sein, der von der FWG getragen wird.

Die Position des Bürgermeisters ist derzeit eine reine Männerdomäne. In Morschen tritt aber zur nächsten Wahl eine Frau an: Sabina Knobel (SPD). Angesichts der Entwicklung strebt der SPD-Unterbezirksvorsitzende Dr. Edgar Franke eine inhaltliche und personelle Erneuerung an, wie er sagte. Unter anderem werde es für die Kreistagswahl eine Frauenquote geben.

Von den insgesamt 27 Rathauschefs im Schwalm-Eder-Kreis gehören nur noch neun der SPD an.

Quelle: HNA

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