Schrecksbacher informierten sich über Situation der Gemeinde – Finanzen im Minus

Raus aus den roten Zahlen

Im Fokus: Die Schrecksbacher Friedhöfe reißen ein großes Loch in den Haushalt der Gemeinde. Um das auszugleichen müssten jedoch die Gebühren stark ansteigen. Foto:  Archiv

Schrecksbach. Raus aus den roten Zahlen will Schrecksbach. Ideen und Vorschläge wie der Gemeinde sparen könnte, stellte Bürgermeister Andreas Schultheis am Dienstag bei einem Infoabend den Schrecksbachern vor. 140 Zuhörer waren gekommen, um sich über die Situation ihrer Gemeinde zu informieren.

Derzeit hat Schrecksbach 11,14 Millionen Euro Schulden, machte Schultheis deutlich. Hinzukommen weitere 2,44 Mio. Euro Minus auf dem Konto der Gemeinde, der sogenannte Kassenkredit sei voll ausgereizt. Ziel sei es, in den nächsten Jahren einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen, damit die Gemeinde beginnen kann, Schulden abzubauen.

Schultheis stellte Möglichkeiten zum Sparen und für mehr Einnahmen vor. So sei eine weitere Erhöhung der Grundsteuer zu diskutieren – im Schwalm-Eder-Kreis gibt es bereits Sätze von 500 Prozent. Auch die Friedhofsgebühren stehen auf dem Prüfstand: „Friedhof ist ein sensibles Thema“, so der Bürgermeister. Doch die Gebühren würden die Kosten bei weitem nicht decken, es bleibt ein Minus von 30 000 Euro. Bei 35 Beerdigungen im Jahr müssten die Kosten um 200 Euro steigen, um das Loch zu stopfen. Doch nicht jede Erhöhung sei den Menschen zuzumuten.

Positiv stellte Schultheis heraus, wenn sich Anwohner um ihr Dorf bemühen. In Holzburg beispielsweise ist ein Arbeitseinsatz geplant. Die Feuerwehr Salmshausen kauft vom Erlös des Dorfjubiläums ein neues Friedhofstor. Solche Aktionen entlasten die Gemeinde: „Und die Gemeinde sind wir alle.“ Er stellte das Beispiels Gilserbergs vor, in dem Anwohner Patenschaften für Grünflächen übernehmen.

Die Gemeinde investiere nur noch, um zu sparen. Stromkosten zum Beispiel. So ist auf dem Dach und Gelände der Röllshäuser Kläranlage eine Photovoltaikanlage geplant. 30 000 Euro Stromkosten fallen jährlich dort an, diese sollen nun reduziert werden. Gegen den geplanten Windpark zwischen Schrecksbach und Immichenhain regt sich allerdings Widerstand. Ein Wirtschaftlichkeitsprüfung steht zudem noch aus.

Derzeit leben 3160 Menschen in Schrecksbach, die Bevölkerungszahl sei stabil. Noch stehe es gut um die Ausstattung der Gemeinde: Es gibt Haus- und Zahnärzte, Lebensmittelmärkte, Kindergarten und Schule. Zudem werden derzeit die Kanäle der Gemeinde beispielsweise in der Birkenstraße in Schrecksbach sowie Brieleck in Röllshausen saniert. Auch die Einführung der gesplitteten Abwassergebühr kostete die Gemeinde.

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

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