Im Rausch auf Diebestour - Urteil: Vier Monate auf Bewährung

Schwalmstadt. Das Ergebnis einer Diebestour mit mehr als drei Promille Alkohol im Blut und Schimpftiraden für Polizisten: Vier Monate Freiheitsstrafe, ausgesetzt zur Bewährung.

So lautete das Urteil für eine 43-jährige Frau aus dem Altkreis Ziegenhain, die sich vor dem Schwalmstädter Amtsgericht wegen Diebstahls, Betrugs und Beleidigung verantworten musste.

Im Januar war die Angeklagte in einer Buchhandlung in Treysa aufgetaucht. Dort hatte sie sich zwei Bücher gegriffen, diese in ihrem Rucksack verstaut und den Laden verlassen, ohne zu bezahlen.

Einige Tage war die 43-Jährige erneut auf Diebestour unterwegs - diesmal in einem Supermarkt. Dort ließ sie einen Reisekoffer mitgehen - ohne ihn zu bezahlen. Verstaut im Koffer war weiteres Diebesgut: eine Stereoanlage, eine elektrische Zahnbürste und fünf Brotdosen. Mit dem vollgepackten Reisekoffer wartete sie vor dem Supermarkt auf ein Taxi. Eine Kundin, die den Vorfall beobachtet hatte, alamierte den Marktleiter. Seine Bitte, ihm den Kaufbeleg zu zeigen, lehnte die Frau ab. Dieser rief daraufhin die Polizei.

Als die Polizei eingetroffen war, beschimpfte die 43-Jährige den Marktleiter als „kleinen Wichser“. Außerdem drohte sie: „Wenn mein Mann aus dem Knast kommt, dann klatscht der dich platt.“ Einen Polizeibeamten hatte sie in Anspielung auf seine Jacke der Marke Schöffel mehrfach als „Arschlöffel“ beschimpft. Überraschendes kam dann an den Tag: Nicht nur, dass gegen die Frau bereits ein Haftbefehl, weil sie zu einem früheren Hafttermin nicht erschienen war, stellte die Polizei fest. Zudem ergab der Alkoholtest immerhin 3,2 Promille. Angesichts dieser Tatsachen endete diese Diebestour für die Angeklagte in Untersuchungshaft. Nachdem sie eine Woche später wieder auf freiem Fuß war, hatte sich die Angeklagte ein weiteres Mal strafbar gemacht. Eine Gaststätte, in der sie zuvor gegessen hatte, verließ sie, ohne die Rechnung zu bezahlen.

Vor dem Richter legte die Angeklagte teilweise ein Geständnis ab. Das sei alles so gewesen, an den Vorfall im Buchladen könne sie sich auf Grund ihres Alkoholpegels aber nur noch schwammig erinnern.

Vom Alkohol sei sie mittlerweile los, beteuerte die 43-Jährige. Sie habe sich einer Entgiftung mit anschließender Therapie unterzogen. Aussichten auf eine Arbeitsstelle in einem Callcenter habe sie auch. Dies hielt der Richter der Angeklagten zugute, weshalb er die viermonatige Freihheitsstrafe zur Bewährung aussetzte. Dies entsprach auch der Forderung der Staatsanwältin.

Von Daniel Göbel

Quelle: HNA

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