Vier Brandschützer haben ihren Austritt freiwillig erklärt

Rechtsradikale bei der Feuerwehr: Schon vier Austritte in Binsförth

Binsförth. In der Einsatzabteilung der Feuerwehr im Morschener Ortsteil Binsförth gehören neun der 24 Mitglieder der rechtsradikalen Szene an oder stehen dieser nahe. Drei der Männer und eine Frau haben deswegen vor kurzem ihren Austritt erklärt.

Auf weitere Austritte wartet Bürgermeister Herbert Wohlgemuth noch. Allzu lange will er aber den übrigen nicht mehr Zeit lassen. „Wenn sie sich aufgrund des Drucks, der nun auf ihnen lastet, nicht selbst melden, müssen wir die Konsequenzen ziehen.“

Das heißt: Der Feuerwehrausschuss wird einberufen und muss über den Ausschluss entscheiden. Dem sind die Vier oben genannten im Alter zwischen 19 und 35 Jahren zuvorgekommen.

Ein Ausschluss ist all denen sicher, die sich nicht an die verbindliche Ehrenerklärung halten. Die ist kürzlich erarbeitet worden und ist von jedem Mitglied der Binsförther Einsatzabteilung zu unterschreiben.

Schon vor einem Jahr war einer der beiden Hauptakteure, Manuel S., der zur rechten Hooligan-Vereinigung „Rasselbande Cassel Hamburg“ gehört, ins Fadenkreuz von Journalisten geraten. Im Gespräch mit dem Bürgermeister und der kompletten Binsförther Feuerwehr-Führung habe dieser damals von einer Jugendsünde gesprochen und Besserung gelobt, berichtet Wohlgemuth im Gespräch mit der HNA.

Die Gemeinde hatte seinerzeit zu einem Runden Tisch für Vereinsvorsitzende eingeladen, an dem auch die Polizei sowie ein Aussteiger aus der rechtsradikalen Szene teilgenommen hatten. Damit sollten die Leute für dieses Problem sensibilisiert werden.

Manuel S. habe sich von ihm bedrängt gefühlt, sagte Wohlgemuth. „Aber statt wie vor einem Jahr versprochen, seine Aktivitäten herunterzufahren, hat er sie gesteigert“, kritisiert das Gemeindeoberhaupt, das sich getäuscht fühlt.

Quelle: HNA

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