Mühlhäuser kandidiert für extremistisches Bürgerbündnis

Rechter darf nicht mehr führend in Feuerwehr sein

Schwalm-Eder. Ab heute müssen sich alle Führungskräfte der Homberger Feuerwehr schriftlich verpflichten, sich weder bei rechts- noch linksextremistischen Parteien zu engagieren. Auch dürfen sie weder rassistische noch antisemitische Thesen vertreten.

Bürgermeister Martin Wagner als oberster Dienstherr lässt diese Anweisung heute den Feuerwehren zukommen. Sie ist die Konsequenz aus der Tatsache, dass Hans-Jörg Jerosch, bis zum Samstag noch Vorsitzender des Feuerwehrvereins Mühlhausen, auf dem dritten Listenplatz des rechtsextremen „Bürgerbündnisses Pro Schwalm-Eder“ steht.

Die Partei erhielt bei der Kommunalwahl 2006 im Landkreis 1,6 Prozent der Stimmen und damit einen Sitz im Kreistag. Spitzenkandidat der neuen Liste ist Heinz Vaupel (Frielendorf), ihm folgt Hans Gerhard Drechsler (Melsungen), Hans-Jörg Jerosch steht an dritter Stelle.

Diese Position zeuge davon, dass der 49-Jährige, der sich seit Jahrzehnten in der Feuerwehr engagiert, alles andere als nur ein stiller Mitläufer in der rechten Gruppierung sei, sagte Martin Wagner. Deshalb habe ihm die Stadt auch nahe gelegt, künftig kein Führungsamt in der Mühlhäuser Feuerwehr mehr zu bekleiden. Jerosch trat bei den Wahlen am Samstag nicht mehr an.

Bereits 2010 hatte dessen rechtsextremes Engagement hessenweit für Aufsehen gesorgt: Er war lange Zeit Funktionär bei der „Jungen Landsmannschaft Ostpreußen“, die jährlich in Dresden eine große Neonazi-Demonstration organisiert. So jemand habe bei städtischen Einrichtungen und Organisationen nichts zu suchen, sagt Wagner.

Bürgerbündnisinitiator Roy Armstrong-Godenau aus Gilserberg kann den Druck auf Jerosch nicht nachvollziehen. Niemand dürfe wegen seiner politischen Gesinnung aus Vereinen ausgesperrt werden. Godenau, der mit Sarrazins Thesen punkten will, hofft auf fünf Prozent bei der Wahl.

Quelle: HNA

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