Mareike Boos und Lavinia Wagemans berichten von ihren Erlebnissen bei der Tour durch Australien

Dem Regen davon gereist

Land unter in Down Under: Auf ihrer Reise überquerten die beiden Reisenden überflutete Straßen.

WolfhageN/Australien. Schon während der Schulzeit war Mareike Boos und Lavinia Wagemans klar, dass sie nach dem Abitur ins Ausland gehen würden. Traumziel war Australien. Jetzt berichten die Freundinnen von ihren Erlebnissen:

„Natürlich wussten wir, dass uns auf diesem riesigen Kontinent sowohl Höhen als auch Tiefen erwarten würden. Als wir noch in Deutschland waren, haben wir uns mit verschiedenen Aspekten wie zum Beispiel der Geschichte, Kultur und vor allem dem Klima in Australien auseinandergesetzt, doch trotzdem war es eine Reise ins Ungewisse.

Australien wird von seinen Bewohnern oft das Land der Kontraste genannt, und das wurde uns schon zu Beginn unseres Abenteuers bewusst. Unsere Reiseroute musste an das Klima und die Wetterverhältnisse angepasst werden. Dies führte uns einige Male fast zur Verzweiflung. Das Problem waren nämlich die Jahreszeiten: im Norden des Landes gibt es nicht den Vier-Jahreszeiten-Zyklus, sondern nur die Regen- und Trockenzeit. Schließlich trafen wir eine Entscheidung: Unsere Reise ging von Perth im Westen Australiens in Richtung Norden. Eines stand fest: Wir mussten spätestens bis Ende Oktober den Norden Australiens bereist haben, da dort ab November die Regenzeit beginnt. Unsere Entscheidung wurde mit wundervollen Landschaften, atemberaubenden Ausblicken, schönen Felsformationen und Schluchten sowie einer einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt belohnt. Während dieser Zeit hatten wir jeden Tag sonniges Wetter. In Queensland kam dann das Unerwartete: jede Menge Regen.

In vielen Gegenden in Queensland leben die Menschen vom Tourismus, vor allem wegen des Great Barrier Reefs, aber natürlich auch wegen der vielen Sonnenstunden. Das Hochwasser macht jetzt vielen zu schaffen.

Doch nicht nur die Tourismusbranche wurde angegriffen. Viele Farmer mussten Missernten einstreichen und verloren somit einen Großteil ihrer jährlichen Einkünfte. Auch wir bekamen die schwierige wirtschaftliche Lage zu spüren. Nach langer Suche hatten wir zwar einen Job auf einer Mangofarm gefunden, aber wegen des Regens konnte der Farmer nicht ernten und uns somit keine Arbeit geben.

Starker Zusammenhalt

Wir entschieden uns deshalb weiterzureisen, was sich jetzt als unser Glück herausstellt. Auf unserem Weg durch Queensland sahen wir viele Felder und Grundstücke, die unter Wasser standen. Wir mussten an manchen Stellen überflutete Straßen überqueren, aber von den katastrophalen Fluten wurden wir verschont. Wir sind sehr beeindruckt, wie stark der Zusammenhalt unter den Australiern ist und wie sehr sie sich gegenseitig unterstützen. Zurzeit werden viele Spendenaktionen gestartet, und zahlreiche Freiwillige helfen den Opfern der Fluten.

Mittlerweile sind wir schon fünf Monate hier, hinter uns liegen 20 000 Kilometer mit tollen Erfahrungen und Erlebnissen.“

Quelle: HNA

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