Wiesen versanken im Matsch

Reit- und Fahrverein Spangenberg brachte Pferdelaster auf Kirmesplatz unter

Spangenberg. Damit hatte Jörg Oppermann keine Sekunde gerechnet. Als der Limburger Springreiter am Mittwoch am Spangenberger Turnierplatz seinen Hänger öffnete, stand neben seinem Pferd ein blinder Passagier.

Oppermanns Jack-Russell-Terrier Coco hatte sich daheim unbemerkt in den Hänger geschmuggelt – und freute sich schier kaputt, als sein Herrchen die Tür öffnete.

„Das muss ich sofort meiner Frau erzählen, dass der Hund hier gelandet ist“, sagte der 29-Jährige baff erstaunt und griff zum Handy, um zu berichten, dass er nicht nur wie geplant mit sieben Pferden, sondern auch mit Hund angekommen war.

Sein Handy hatte gestern auch Turnierchef Thomas Pfanzelt wieder ununterbrochen am Ohr: Der Dauerregen machte den Helfern und Organisatoren das Leben so schwer, dass sie zu Plan B greifen mussten: Sie funktionierten binnen weniger Stunden den Kirmesplatz zum neuen Standort für die Laster und Hänger der Sportler um. „Die Wiesen am Turniergelände sind so nass, dass man sie glucksen hören kann“, sagte Thomas Pfanzelt gestern. Jetzt gluckst erstmal nur noch wenig, denn der Platz um die Tribüne wurde mit 40 Tonnen Kies aufgeschüttet, drei Laster voller Hackschnitzel machten den Boden rund um die Pferdeboxen begehbar.

Dennoch habe man umplanen und auf dem „ganz kleinen Dienstweg“ Toiletten, Strom und einen Shuttle-Dienst organisiert. Der bringt die Sportler in den kommenden Tagen vom Kirmesplatz zum Turniergelände, ergänzte Klaus Stöbel. Gestern aber herrschte im strömenden Dauerregen ein großes Fahrzeug-Aufkommen: Laster aus England, Deutschland, Dänemark und Italien fuhren vor, Pferdepfleger und viele ehrenamtliche Helfer packten mit an, als die Tiere vorsichtig abgeladen und in die Boxen gebracht wurden. Für so manchen bedeutete das keinesfalls Arbeit, sondern vielmehr eine Ehre: „Vanessa, wir haben das Pferd von Jan Sprehe führen dürfen!“, riefen Laura und Chiara Seitz ihrer Freundin begeistert entgegen. Für die Schülerinnen ist das Turnier Höhepunkt des Jahres. Dass sie gestern klatschnass waren, störte sie wenig. „Das Wetter ist egal – wir gehen sowieso nur zum duschen und schlafen heim“, sagte Laura Seitz.

Das Wetter war Sportwart Michael Pfanzelt (79) nicht ganz egal, bot ihm aber auch keinen Grund zum Verzweifeln. Auch nicht, dass er gestern auf einen quatschnassen Reitplatz schaute, der dem Wattenmeer ähnelte. „Der Regen zieht jetzt ab, wir haben alles im Griff“, sagte er. Das nennt man Gelassenheit. www.csi-spangenberg.de

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

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