Regen und Tiefpreise lassen Bauern bangen

Schwalm-Eder. Die Landwirte im Schwalm-Eder-Kreis bangen um die Ernte. „Wenn es weiter so stark regnet, besteht die Gefahr, dass die Erträge unterdurchschnittlich ausfallen", sagte Dr. Bernd Wenck, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes, am Mittwoch bei einem Pressegespräch mit Landwirten und Verbandsvertretern in Obergrenzebach.

In den vergangenen Wochen hätten die Bauern die Weizenernte aufgrund der zuletzt starken Regenfälle immer wieder unterbrechen müssen. Denn das Getreide enthält zu viel Feuchtigkeit. „Wird es so eingelagert, besteht die Gefahr, dass Pilze oder Schimmel auftreten“, erklärte Wenck. Zudem könnten manche Bauern mit ihren schweren Mähdreschern nicht aufs Feld fahren - sie würden stecken bleiben.

Ein weiteres Problem ist der starke Gelbrost-Befall beim Getreide. Der Pilz wuchert in diesem Jahr in ganz Hessen. Wird er rechtzeitig erkannt, kann er mit Fungiziden in Schach gehalten werden. Reagiert der Landwirt zu spät, kann die komplette Ernte hinüber sein.

Auch die derzeit schlechten Preise für Getreide machen den Bauern Sorgen. Der Weizenpreis liege derzeit etwa 20 Prozent unter dem Vorjahresniveau, beim Raps seien es 30 Prozent, so Wenck. Grund seien die weltweit guten Ernteerwartungen. Man gehe aber davon aus, dass die Preise noch anziehen.

Der Präsident des Hessischen Bauernverbandes, Friedhelm Schneider, gab eine etwas optimistischere Prognose ab: „Wir rechnen mit einer guten Durchschnittsernte beim Getreide.“ Im vergangenen Jahr waren es in Hessen 2,2 Millionen Tonnen. In diesem Jahr könne diese Menge ebenfalls erreicht werden. „Die Prognose ist aber unsicher, weil bislang erst die Hälfte der Felder abgeerntet ist und das Wetter noch einen Strich durch die Rechnung machen kann.“

Von Anton Kostudis

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Quelle: HNA

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