Regierungspräsident äußerte sich bei Gesprächsrunde zum Aus der Geburtshilfe

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Keine baldige Wiedereröffnung: Im Februar wurde die Geburtshilfestation des Wolfhager Krankenhauses geschlossen.

Wolfhagen. Die vom Aktionsbündnis „Widerstand im Wolfhager Land“ gewünschte Wiedereröffnung der Geburtshilfestation war das bestimmende Thema bei der einer weiteren öffentlichen Gesprächsrunde, zu der es eingeladen hatte. Gastredner war der Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke.

„Wir wissen noch nicht, wie es bei der Gesundheit-Nordhessen-Holding weitergeht“, sagt der Vorsitzende des Aktionsbündnis, Dieter Schrader. Damit spielte er auf die möglicherweise ausbleibende Vertragsverlängerung von GNH-Chef Dr. Gerhard M. Sontheimer an (wir berichteten). „Aber wir werden weiter für eine Wiedereröffnung kämpfen.“

Regierungspräsident Dr. Lübcke, der seit Jahren in Istha lebt, berichtete von seinen Erfahrungen mit dem Klinikstandort Wolfhagen, den er „hervorragend“ finde und „auf sehr gutem Niveau“ sehe. Das Krankenhaus sei „top in Ordnung und auch der Standort ist sehr gut.“ Seit Februar ist die Geburtshilfe geschlossen, „und aus meiner Erfahrung ist es so: Wenn etwas tot ist, ist es meistens auch für immer tot“. Das Aktionsbündnis hofft dennoch auf die Unterstützung des Regierungspräsideten. Schrader: „Wir brauchen Leute, die Einfluss haben und sich einbringen können.“ Das sah auch der ehemalige Habichtswalder Bürgermeister Wolfgang Aßhauer so: „Wir brauchen Verbündete, die mit den Verantwortlichen reden können. Ich habe das Gefühl, dass die gesamte Klinik platt gemacht werden soll.“

Dr. Lübcke betonte, bereits sein Möglichstes getan zu haben und sich auch weiter einzusetzen, jedoch den Bogen aufgrund seiner Position nicht überspannen zu können. „Uns ist klar, dass er aufgrund seines Amtes eine neutrale Haltung einnehmen muss, aber wir würden gerne deutlicher sehen, dass er für die Region einsteht“, sagte Schrader.

Stadtverordnetenvorsteher Werner Kunz forderte Dr. Lübcke auf, sich persönlich zu positionieren. Auch Volker Schäfer vom Bündnis sieht den Regierungspräsidenten „in der Pflicht, Flagge zu zeigen und uns zu unterstützen.“

Neben der Geburtshilfe wurde auch über die geplanten Starkstromtrasse Südlink des Netzbetreibers Tennet diskutiert. Man müsse besonders darauf achten, dass durch die Trassenführung keine gesundheitlichen Risiken entstünden, sagte Dieter Schrader. „Die Stromtrasse soll nach momentanem Plan 600 Meter von der Klinik entfernt langlaufen, aber man muss die neue Trassenführung und die Breite der Schutzzone abwarten.“ Keinesfalls dürften gesundheitliche Risiken entstehen. Deshalb werde sich das Bündnis weiter intensiv mit dem Thema beschäftigen, um zu verhindern, dass dadurch vielleicht der gesamte Klinikstandort gefährdet wird. 

Von Nico Beck

Quelle: HNA

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