Region anfällig für Krisen: Studie attestiert Landkreis wenig Widerstandskraft

+
Vor allem Regionen in Ost- und Süddeutschland sind wenig anfällig für die Folgen weltweiter Krisen (grün). Je dunkler das Rot ist, desto anfälliger ist die Region, sagt das Institut Pestel.

Schwalm-Eder. Ob Banken kollabieren, Rohstoffe knapp werden oder der Klimawandel die Ernährungssicherheit bedroht – weltweite Krisen können sich auch im Schwalm-Eder-Kreis auswirken.

Das Pestel-Institut hat jetzt erstmals deutschlandweit untersucht, wie anfällig einzelne Regionen für solche Krisen sind. Ergebnis der Studie: Der Schwalm-Eder-Kreis gehört zur Gruppe der sehr krisenanfälligen Regionen.

Mit der schlechtesten von insgesamt sieben Bewertungen gehört der Landkreis zu den Schlusslichtern der Untersuchung. Nur bei vier Indikatoren liegt er im Spitzenbereich, acht Mal wurde ein Mittelplatz erreicht und bei sechs Indikatoren reichte es nur für einen Rang am Ende der Tabelle.

In der Studie wurden 18 Indikatoren aus den Bereichen Soziales, Wohnen, Verkehr, Flächennutzung, Energie und Wirtschaft einbezogen. Die Indikatoren beschreiben die Verletzbarkeit einer Region. Sie zeigen weiterhin, wie gut auch im Krisenfall die Handlungsfähigkeit einer Region oder Stadt durch Flexibilität, Ressourcen und Sozialkapital erhalten bleibt, heißt es in einer Pressemitteilung.

Überraschend mag die Bewertung einzelner Indikatoren erscheinen. So wurde im Hinblick auf die Krisenfestigkeit ein hoher Anteil an Industriebeschäftigten negativ beurteilt. Die Gründe liegen in der hohen und unmittelbaren Betroffenheit insbesondere der exportorientierten deutschen Industrie von globalen Wirtschaftskrisen. Diese wurde durch die Finanzkrise des Jahres 2008 gerade bestätigt.

Insgesamt zeigt die Studie, dass nicht unbedingt internationale Wettbewerbsfähigkeit Sicherheit für die Zukunft signalisiert. Gerade in der öffentlichen Diskussion eher vernachlässigte Bereiche bieten Schutz vor den Auswirkungen von Krisen. Dezentrale Energieerzeugung, soziale Stabilität, Verfügbarkeit von land- und forstwirtschaftlichen Flächen und Arbeitsplätze vor Ort helfen bei der regionalen Abfederung weit mehr. Doch: Eine bewusste Vorbereitung der Regionen darauf ist bisher eher die Ausnahme, sagen die Forscher. (bal/ emr)

Quelle: HNA

Kommentare