Rehacentrum Urbachtal: Im Amtsgericht trafen sich zwei Investoren

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Blick aufs Rehacentrum: Es gab kein ausreichend hohes Gebot.

Neukirchen. Im Wiederversteigerungsverfahren des ehemaligen Rehacentrums Urbachtal in Neukirchen geht es wie erwartet in die zweite Runde.

Wie Bürgermeister Klemens Olbrich im Gespräch mit der HNA berichtete, stellte sich sogar der niederländische Investor und Eigentümer Wim Verheul im Amtsgericht Treysa ein. Er soll mit einer sehr exklusiven Nobelkarosse und zwei Begleitpersonen angereist sein.

Wie erwartet blieb es in der 30-minütigen Bietzeit bei dem Gebot der Stadt Neukirchen, 350.000 Euro. Die Stadtverordnetenversammlung hatte dazu kürzlich in einer Sondersitzung grünes Licht gegeben (wir berichteten). Das ist in etwa die Summe, die Verheul der Stadt und dem Land schuldet, und die durch das vor Jahren angestoßene Verfahren erlöst werden soll.

Dass dieses viel zu niedrige Gebot nicht angenommen wird, verkündet die Rechtspflegerin auf Antrag Verheuls erst kommende Woche. Allerdings besteht daran kein Zweifel, denn der Wert des Objekts wird auf rund 2,5 Mio. Euro geschätzt. Erst im nächsten Termin könnten vermögende Schnäppchenjäger mit einem Gebot auch unter 50 Prozent des Verkehrswertes zum Zug kommen. Wie sich die Stadt dann verhält, wird rechtzeitig vorher gesondert geklärt, unterstrich Olbrich. Der Verwaltungschef vermutet, dass dieser zweite Termin im Herbst sein wird. Falls Verheul in der Zwischenzeit zahlt, stoppt das Verfahren. Das könne der säumige Investor jederzeit.

Dabei ist es unwahrscheinlich, dass der smarte Niederländer einfach kein Geld hat. Allerdings hat er wohl nicht damit gerechnet, dass sich die Weitervermarktung des Objekts derartig lang hinzieht. 2005 hatte Verheul das Anwesen auf 50.000 Quadratmetern im Wald zwischen Neukirchen und Christerode erstanden. Kürzlich deutete sein enger Berater an, es gebe eine ernsthafte Interessentin in Frankfurt/M.. Bekannt wurde auch, dass ein Jäger mit dem nötigen Kleingeld sich sein Jagdschloss im Urbachtal vorstellen könnte. Ein Interessierter fand sich jetzt sogar zum Versteigerungstermin in Treysa ein. Wie Olbrich berichtete schaltete er sich jedoch nicht mit einem Gebot ein, sondern verhandelte lediglich vor der Tür unter vier Augen mit Wim Verheul, vermutlich über die Grunddienstbarkeit. 50 Prozent des Verkehrswertes, das habe diesen Investors offensichtlich nicht gelockt.

Laut Klemens Olbrich dauerte der gesamte Termin rund eine Stunde, irgendwelche Turbulenzen gab es nicht, „aber viel nonverbale Kommunikation“.

Quelle: HNA

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