Abgefressene Baumtriebe machen den Wasenberger Waldinteressenten zu schaffen – heute Podiumsdiskussion

Rehe verspeisen gern junge Eichen

Rehe auf der Abschussliste: Wegen der Aufforstung werden mehr Rehe als sonst gejagt. Foto: Archiv

Wasenberg. Die heftigen Stürme der vergangenen Jahre hinterließen viel Windbruch in den Wäldern rund um Wasenberg: Viele Flächen werden zurzeit aufgeforstet. Das Problem: Rehe fressen die jungen Triebe an und schädigen die Pflanzen. Deshalb wurde die Abschussquote für die Tiere erhöht. Das gefällt den Jägern nicht und es kommt zu Konflikten zwischen Jagdpächtern und Waldbauern. Heute Abend gibt es eine Podiumsdiskussion zu diesem Thema.

Hans-Walter Knoch, Vorsitzender der Waldinteressenten Wasenberg, ist selbst betroffen. Auf der Wasenberger Höhe Richtung Willingshausen hat er vor ein paar Jahren einen Hektar neu bepflanzt. Darauf wachsen nun Buchen und Eichen, statt wie früher Fichten. „Fichten werden nicht mehr gepflanzt, weil sie nicht mehr stabil wachsen“, erklärte Förster Detlef Hoffmeister. Sie brauchen viel Feuchtigkeit. Wegen des Klimawandels gebe es nun längere Trockenphasen, das sei für Fichten ungünstig. Deswegen bevorzugen die Anbauer Eichen und Buchen.

Eichen sind jedoch die Lieblingsspeise der Rehe, die bei ihrem Mahl die Triebe verbeißen. „70 bis 80 Prozent der Bäume auf diesem Feld sind angefressen“, sagte Knoch. Als Folge verbuschten die Pflanzen und der Ertrag sinke, weil die Bäume nicht richtig wachsen. „Der wirtschaftliche Schaden kann sehr hoch werden“, sagte er.

Zwölf Prozent Windbruch

50 Hektar Wald zerstörten die Stürme in den vergangenen Jahren allein in Wasenberg. 15 Hektar wurden bislang aufgeforstet, 35 müssen noch aufgebaut werden. Insgesamt umfasst das Waldgebiet 425 Hektar, berichtete Norbert Altstädt, Leiter des Neukirchener Forstamts. Zwölf Prozent davon waren vom Windbruch betroffen, so Altstädt.

Für die Waldbauern sei es daher wichtig, dass auch weiterhin die Abschussquoten fürs Reh hoch blieben, sagte Hans-Walter Knoch. Zurzeit sollen nach den Vorgaben der Unteren Jagdbehörde auf diesem Gebiet 15 Rehe pro 100 Hektar im Jahr geschossen werden. Zäune seien als Vorsorge bei solch großen Flächen nicht sinnvoll und auch nicht im Sinne einer ökologischen Forstwirtschaft, sagte Knoch. Doch gebe es immer wieder Konflikte mit den Jagdpächtern, die sich eine naturnahe Bejagung wünschen.

Die Waldinteressenten wollen diese Unstimmigkeiten bereinigen und haben deshalb Sebastian von Rothenhan zur Diskussion eingeladen. Der Groß-Waldbesitzer betreibe seit Jahren erfolgreiche Waldwirtschaft, sagte Knoch.

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

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