Freiluft-Betreuungsprojekt für unter Dreijährige stellte sich vor

Spannende Begegnung: Mäusebussard und Uhu waren zwar nicht mehr lebendig, aber trotzdem hoch interessant für (von links) Moritz, Timo, Gina und Naomi. Die Tierpräparate stellte der Jagdverein Hessenjäger zur Verfügung. Foto:  Binienda-Beer

Oberlistingen/Wettesingen. Selbst Uhu und Mäusebussard, Dachs und Frischling mischten sich beim gemeinsamen Kinder- und Elternnachmittag im Wettesinger Wald unter die Besucher.

Rund um die Försterhütte stellten sich am Samstag die „Waldzwerge“ vor, ein weithin einzigartiges Projekt behördlich anerkannter Kindertagespflege für unter Dreijährige.

Bei Wind und Wetter forschen und arbeiten hier kleinste Architekten, Physiker oder Biologen. Und wenn’s allzu ungemütlich wird, bietet ihnen und ihren beiden Betreuerinnen das Försterhaus Unterschlupf.

Vor zwei Jahren hatte Diana Weiffen (Oberlistingen), qualifizierte Tagesmutter und Erzieherin mit langjähriger Berufserfahrung, das Waldprojekt ins Leben gerufen. Die Erlebnispädagogik in freier Natur als Betreuungsschwerpunkt kam so gut an, dass im vorigen Jahr eine zweite Gruppe eröffnet wurde. Sie wird von Katja Schneider (Wettesingen) geleitet.

Das beispiellose Betreuungsangebot, eine Art Vorstufe zum Kindergarten, hat sich weit herumgesprochen. Auf einer Warteliste ließen inzwischen sogar werdende Eltern ihrem noch ungeborenen Kind ein Plätzchen sichern.

Riesiges Interesse

Wegen des riesigen Interesses haben die beiden Tagesmütter jetzt zum Tag der offenen Tür im Försterhaus und zum informativen Nachmittag unter Bäumen eingeladen: Eltern, Großeltern und alle Interessierten, die schon immer mal genauer wissen wollten, wo und wie die „Waldzwerge“ der Natur auf der Spur sind.

Dass sich selbst Waldbewohner in großer Zahl ein Stelldichein gaben, dafür sorgte der Jagdverein Hessenjäger mit in ihrer natürlichen Umgebung liebevoll platzierten Tierpräparaten. Am Treffpunkt Wippe, auch im Betreuungsalltag ein willkommener Versammlungsort, starteten mehrfach Führungen in das Reich der kleinen Naturfreunde.

Die Fühlstraße zum Stapfen über Zapfen, Rinde, Moos, Sand und Steine gehört ebenso dazu wie der Federbaum und ein „Zelt“ aus Ästen. Ein Lehmhügel, Mount Everest genannt, erfreut sich bei seinen Bezwingern größter Beliebtheit. Laufen auf unebenem Boden, Erkunden und Experimentieren, Fühlen und Riechen - mit allen Sinnen erleben die Kleinen für sie Abenteuerliches, eine intensive Selbstwahrnehmung und wachsendes Selbstvertrauen.

Heike Wolff, Waldzwerg-Mutter, ist begeistert. „Die Kinder lieben es hier und bringen Taschen voller Schätze wie Federn, Tannenzapfen oder Schneckenhäuser mit nach Hause“, sagt die Oberlistingerin.

Manchmal kommen die Minis auch dreckig bis zur Halskrause heim. Nicole Baake aus Wettesingen denkt da wie die anderen Mütter auch: „Matsch macht gar nichts.“ Hauptsache gesund. Denn Waldzwerge trotzen Infekten nun mal erfolgreicher als kleine Stubenhocker.

Quelle: HNA

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