Neue Getreidehalle und Annahme in Lischeid – Land und EU unterstützen mit über 300 000 Euro

Reichlich Platz fürs volle Korn

Neubau: Geschäftsführer Gustav Bartels, Bürgermeister Lothar Vestweber, Geschäftsführer Stephan Weiterer und Staatssekretär Mark Weinmeister (von links) vor der Getreidehalle. Foto: Rose

Gilserberg - Im April hatten die Bauarbeiten direkt an der Bundesstraße 3 in Lischeid begonnen. Nach nur sechs Monaten wurde die Fertigstellung der Anlage der Firma Landhandel Weiterer - eine neue Getreidehalle mit passender Annahme und zwei Verladezellen - am Freitag gefeiert. 200 Gäste kamen zu einer Feierstunde im Zelt zusammen.

Im neuen Lager am Ortsausgang Richtung Josbach ist Platz für 4000 Tonnen Getreide und 1500 Tonnen Dünger. Bislang gab es am Standort in Lischeid nur eine Lagerkapazität von 60 Tonnen.

Deshalb musste die Ware sofort an Mühlen und Kraftfutterwerke weitergeliefert werden. Nun ist es möglich, die Ernte einer ganzen Saison einzulagern. 3500 Tonnen werden bislang in den Erntemonaten von Bauern aus der Region angeliefert.

In dem neuen Lager funktioniert fast alles automatisiert, zweieinhalb Stellen genügen, damit der Betrieb läuft. Vor den Hallen ist auch eine neue Brückenwaage entstanden. Im Inneren ist ein Labor eingerichtet worden, in dem die Qualität des angelieferten Getreides geprüft wird.

Kreisbauernverbandsvorsitzender Adolf Lux freute sich, dass sich die Firma für diesen - für viele Mitbewerber sicher aufgrund der schmäleren Erträge eher unattraktiven Standort - entschieden hat: „Aber sie werden sehen, ihre Kunden hier sind bodenständig und treu.“ Da man als nordhessischer Landwirt eher sparsam sei, habe er auch kein Geschenk dabei: „Das muss man sich hier erst verdienen“, scherzte Lux. „Zum Zehnjährigen bringe ich dann aber sicher ein Präsent mit.“

Dafür hatte Bürgermeister Lothar Vestweber gleich zwei Geschenke - eine Urkunde der Gemeinde und einen Pflanz-Gutschein - dabei.

Einen Förderbescheid in Höhe von 317 400 Euro überreichte der Staatssekretär im Hessischen Umweltministerium Mark Weinmeister. „Der Neubau sichert nicht nur nachhaltig die Existenzgrundlage für das Unternehmen, er hilft damit den Landwirten aus ihrem Einzugsgebiet zu einer sicheren nachhaltigen Getreidevermarktung und marktgerechten Erlösen“, erklärte er. Der einzelne landwirtschaftliche Betrieb habe unter den heutigen globalen Marktbedingungen fast keine Chance, sich auf eigene Faust am großen Markt zu behaupten. Heutzutage brauche man leistungsfähige Partner. „Der Neubau hat den Vorteil, dass überschüssiges Getreide nicht sofort nach der Ernte zu Niedrigstpreisen auf den Markt geworfen werden muss. Das Getreide kann eingelagert und später zu einem besseren Preis verkauft werden“, erläuterte Weinmeister.

Das Geld dient zur Marktstrukturverbesserung und stammt aus dem Entwicklungsplan für den ländlichen Raum. Gegenstand der Förderung sind Investitionen im Bereich der Verarbeitung und Vermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse. Insgesamt investierte die Firma Weiterer 1,8 Millionen Euro. (zsr)

Quelle: HNA

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