Angler fordern mehr Umweltbewusstsein

Der Reifen war sein Tod: Wels verendete in Beiseförther Kiesgrube

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Tödliche Falle: Der 1,20 Meter große Wels war in der Beiseförther Kiesgrube in einen Reifen geschwommen – aus dem er aber nicht mehr herauskam.

Melsungen/Malsfeld. Es schien ein großer Fang zu sein, den Harald Frank an der Angel hatte. Der Vorsitzende des Melsunger Angelvereins hatte an einer der beiden Beiseförther Kiesgruben geangelt, die dem SAV Bartenwetzer gehören. Frank spürte den großen Widerstand, als er seinen Fang ans Ufer zog.

Er hatte tatsächlich einen Fisch am Haken – aber in einer Form, die den leidenschaftlichen Angler entsetzte. Ein riesiger Wels lag verendet in einem Autoreifen, den Unbekannte in den Kiesteich geworfen hatten. Der 1,20 Meter große Fisch war in den Reifen geschwommen – und hatte sich nicht mehr aus eigener Kraft befreien könne. Der Wels starb in seinem runden Gefängnis.

Harald Frank

Welse sind Raubfische, sagt Harald Frank. Tagsüber verkriechen sie sich in dunklen Höhlen, abends gehen sie auf Raubzug. Für das Tier muss der Reifen ein willkommenes Versteck gewesen sein. Ein Versteck, das sich jedoch als tödliche Falle erwies.

Harald Frank hat im Laufe seines langen Anglerlebens schon viel Unrat aus Bächen, Flüssen und Teichen gezogen. Unter der St.Georgs-Brücke zogen die Mitglieder des SAV bei ihren regelmäßigen Arbeitseinsätzen einen Einkaufswagen aus der Fulda. „Wir haben auch schon Fahrräder im Fluss gefunden“, berichtet der 68-Jährige.

Über all das ärgert sich Frank. Der achtlos weggeworfene Reifen aber, in dem der Wels elend verendete, macht ihn richtig sauer. „Die Leute werfen oft völlig gedankenlos ihren Müll in die Natur – dabei ist es doch so einfach, die Dinge fachgerecht und mit gutem Gewissen zu entsorgen“, sagt er. Der leichtsinnig weggeworfene Reifen brachte den Wels um. „Einen wunderschönen Fisch, der fünf Jahre alt werden musste, um so groß zu werden“, bedauert Frank.

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

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