Auch Wohnmobile betroffen

Reifenwechsel kann teurer werden: Kontrollsystem bei Neuwagen jetzt Pflicht

Schwalm-Eder. Reifenschäden zählen zu den häufigsten Pannenursachen. Neuwagen müssen deshalb ab diesem Monat mit einer elektronischen Reifendruck-Kontrolle ausgerüstet sein. Das gilt für alle Wagen, die erstmals zugelassen werden.

Wer ein älteres Auto fährt, darf weiterhin ohne Reifendruck-Kontrollsystem (RDKS) fahren, denn eine Nachrüstpflicht besteht nicht.

Die RDKS-Technik war bisher freiwillig, jetzt ist sie Pflicht. Dadurch wird der Reifenwechsel schwieriger und oft auch teurer. „Das ist eine vernünftige Regelung“, sagt Arnold Diebel von der Prüfgesellschaft Dekra Nordhessen. „Vor allem der schleichende Druckverlust ist gefährlich, den bemerkt man nicht“, erklärt der Niederlassungsleiter aus Schwalmstadt. Haben die Reifen zu wenig Luft, leidet laut ADAC die Fahrsicherheit. Außerdem steige der Spritverbrauch und die Reifen nutzten sich schneller ab, so Diebel: „Der Reifen merkt sich den verringerten Luftdruck.“

Bisher mussten Halter den Reifendruck selbst kontrollieren, jetzt hilft die Technik mit: Fällt der Druck ab, zeigt das Auto eine Fehlermeldung. Dafür müssen aber je nach System auch die Reifen entsprechend ausgestattet sein: Sensoren in den Reifen können den Luftdruck ermitteln und an die Elektronik übermitteln. Die müssen aber extra angebracht und eingestellt werden. Das ist kompliziert und erfordert einen Besuch in der Werkstatt - alleine lassen sich die Reifen dann nicht mehr wechseln. Auch in der Werkstatt dauert der Wechsel länger - und Zeit bedeutet Geld.

Betroffen sind von der Vorschrift Autos und Wohnmobile mit bis zu acht Sitzen und einer Erstzulassung ab dem 1. November. Ältere Autos ohne RDKS bleiben von der neuen Regelung verschont. Der Tüv Hessen empfiehlt zwar ein Nachrüsten. Unabhängig davon sollte allerdings jeder Halter monatlich seinen Reifendruck kontrollieren, so die Experten.

Von Benedikt Dittrich

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Quelle: HNA

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