Die B. Braun AG hat ihren Standort an der Carl-Braun-Straße zukunftsfit gemacht

Reinheit Schritt für Schritt

Etikettiermaschine: Mirko Hofecker aus Morschen bereitet eine Nährlösung für den Abtransport nach Taiwan vor. Fotos: Grugel 

Melsungen. Die B. Braun Melsungen AG hat in den vergangenen Jahren 3,5 Millionen Euro in den Umbau ihres Werks A an der Carl-Braun-Straße gesteckt und zusätzlich in neue Technologien investiert. Damit reagierte der Medizintechnik- und Pharmahersteller auf stetig steigende Hygieneanforderungen.

Im Büro der Diplom-Ingenieure Werner Koch und Volker Hansen hängen bunte Pläne: Die Farben markieren Hygienezonen auf allen Stockwerken - orangefarbene Flächen lassen noch Straßenschuhe zu, auf grünen Ebenen sind Mundschutz und Co. Pflicht. Wanderer zwischen den Ebenen müssen Schleusen passieren, sich umziehen und waschen.

Das Ganze dient der Sterilität von Nährlösungen und Narkosemitteln, die überwiegend in Glasflaschen abgefüllt und weltweit exportiert werden. Denn Verunreinigungen jedweder Art können bei den Lösungen, die Mediziner meist direkt in die Venen leiten, lebensgefährlich sein.

Der Umbau des sechsstöckigen Werks folgte einem Reinraumkonzept, das sich bei einem Rundgang durch die Produktionshallen schnell erschließt: Auf dem Weg von der Carl-Braun-Straße bis zur Abfüllstation machen Personal- und Materialschleusen die Produktionsebenen Schritt für Schritt reiner. Am Ende der Kette steht ein Dampfsterilisator, den alle Flaschen passieren müssen, bevor sie das Werk in alle Welt verlassen.

Schon immer ging es im Werk  an der Carl-Braun-Straße in den entscheidenden Produktionsbereichen steril zu. Seit Jahresanfang neu sind die abgestuften Hygienezonen, die in dem Gebäude aus den 1960er-Jahren nicht einfach zu realisieren waren, berichten die Ingenieure Koch und Hansen, die beispielsweise Fahrstuhlausgänge stilllegen, neue Lastenaufzüge installieren und die Werkskantine teilen mussten. Auch neue Technik wie die Fehlersuche per Kamera, Roboterarme für den Materialtransport und Großgeräte wie die Dampfsterilisatoren waren nicht einfach im Altbestand aufzustellen und mussten überwiegend extra angefertigt werden.

Mit den neuen Fertigungszonen können im Werk A auch in Zukunft pharmazeutische Produkte hergestellt werden. Dabei sind die Spezialität des Hauses sterile Lösungen in Glasflaschen. Während sämtliche Produkte der Life-Werke in den Pfieffewiesen in Kunststoffbehälter abgefüllt werden, kommt Glas als Verpackungsmaterial konzernweit ausschließlich an der Carl-Braun-Straße zur Anwendung.

Von Lorenz Grugel

Quelle: HNA

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