Kasseler Trio: Eine besondere Rosine im Programm der Landrosinen in der Alten Pfarrei

Reise in die Gefühlswelt

Cao, Kiste, Kontrabass: Beim Auftritt in der alten Pfarrei in Niederuff begeisterte das Trio, von links Axel Garbelmann, Carolin Werner und Harald Bernstein. Foto: Mangold

Niederurff. Ihre Stimme füllt den Raum, ihre Texte gehen unter die Haut. Carolin Werner, Sängerin, Musikerin und Songschreiberin der Band „Caro, Kiste, Kontrabass“, singt über „Glasmurmelmomente“ im Leben, ein Lied über gute und schlechte Erfahrungen und Erinnerungen, zerbrechlich, aber auch schön wie Glas. Sie nimmt die Zuhörer mit auf eine Reise in die Welt der Gefühle und der Klänge.

Eine ganz besondere Rosine war der Auftritt des Trios „Caro, Kiste, Kontrabass“ in der alten Pfarrei in Niederurff im Programm des Kulturnetzwerkes der Landrosinen. Zur Band, die als Geheimtipp in der Region Kassel gilt, zählen neben der Sängerin auch „Kiste“ Axel Garbelmann, der mit einem Cajon für den richtigen Rhythmus sorgt, und Harald Bernstein, der Kontrabass und Bassgitarre spielt. Die Band wurde vor drei Jahren gegründet und veröffentlichte im März 2012 ihr Debutalbum „In der Nähe der Zufriedenheit“, das nominiert wurde für den Preis der deutschen Schallplattenkritik. Im Herbst wird das Trio mit dem Förderpreis der Liederbestenliste ausgezeichnet.

Nicht nur die Musik mit einem Mix aus Elementen von Swing, Folk, Jazz, Rap und Chanson, verpackt in eingängige Melodien, machen das Zuhören so spannend, auch die tiefsinnigen Texte sind raffiniert, gefüllt mit Sprachfiguren und ungewöhnlicher Poesie. „Meine Worte schmecken meist ein bisschen bitter, ziemlich selten zuckersüß und für die Ohren Dritter sind sie eher ungeeignet“, singt die gebürtige Nordhessin zu Beginn des Liedes „Danke“, in dessen Refrain sie kraftvoll der Freiheit huldigt.

Was eben noch verträumt klingt, zeigt sich schnell als bittersüße Abrechnung mit dem Leben und der Liebe. Resigniert, aber auch witzig besingt Weber die Paarprobleme: „Wenn Du schon nicht aufräumen kannst, nimm den Regen mit“. Immer wieder blitzt melancholische Lebensphilosopie auf in den Texten.

Bei den 50 Gästen in der alten Pfarrei kam das Trio gut an. „Sie hat eine sehr schöne klare und helle Stimme, sie erwischt einen damit“, meinte Ursula Theis aus Bad Zwesten. Ihr gefielen neben den Texten besonders die Melancholie und das Zarte in den Liedern. Und die Landrosinen freuten sich, „Caro, Kiste, Kontrabass“ für einen Auftritt in der alten Pfarrei gewinnen zu können, „bevor sie vielleicht zu berühmt werden für ein kleines Konzert“, sagte Dr. Stefan Pollmächer.

Im Oktober steht das Gitarrenfestival auf dem Programm. Drei Wochen lang gibt es Konzerte, Ausstellungen und Workshops über die Gitarre. • Näheres: www.landrosinen.de

Von Bettina Mangold

Quelle: HNA

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