Reit- und Fahrverein Beiserhaus/Rengshausen: Ärger um den Zuschuss

Rengshausen. Diese Förderung sorgte für Unmut: Der Reit- und Fahrverein Beiserhaus/Rengshausen hat 100.000 Euro als Fördergeld vom Land erhalten. Der Landestierschutzverband Hessen hatte daraufhin in einer Pressemitteilung seinen Ärger darüber ausgedrückt.

Grund: Ein kleiner Verein bekommt einen so großen Betrag, während doch die Tierschützer bei den Zuwendungen des Landes oft leer ausgehen.

Im hessischen Umweltministerium zeigte man sich von den Vorwürfen überrascht: Das eine habe mit dem anderen gar nichts zu tun, sagte Pressesprecher Thorsten Neels. Das Geld sei schließlich nicht als Spende für den Tierschutz, sondern als Förderung für den Bau einer Reithalle, also einer Sportstätte, bestimmt

Zudem komme es vom Innen- und nicht vom Umweltministerium, das für den Tierschutz zuständig sei. Zwar habe Umweltstaatssekretär Mark Weinmeister den Bescheid übergeben, doch sei das ressortübergreifend geschehen: Weinmeister sei im Schwalm-Eder-Kreis zu Hause und habe den kürzesten Weg nach Rengshausen gehabt. Die Förderung von Tierschutz und Sportstätten seien „zwei Paar Schuhe“ sagte Thorsten Neels.

Das sieht auch Werner Knierim so. Er ist Vorsitzender des Reit- und Fahrvereins Rengshausen und kann die Aufregung nicht nachvollziehen. Die Sportstättenförderung für seinen Verein sei durchaus gerechtfertigt.

Der Verein sei der Stiftung Beiserhaus angeschlossen, die sozial benachteiligte Jugendliche betreue und zugleich Arbeitgeber sei: Das Beiserhaus biete Praktika und Ausbildungsplätze zum Pferdepfleger an – was ohne Reithalle gar nicht möglich sei. Ohne diese Bindung ans Beiserhaus sei die Förderung in dieser Höhe wohl tatsächlich so nicht möglich gewesen.

Knierim betonte, dass sich der Verein auch seit Jahrzehnten in der Hippotherapie für Behinderte engagiere, beispielsweise in der engen Zusammenarbeit mit der Homberger Hermann-Schafft-Schule. Und es gebe noch weitere Pläne Wenn die neue Reithalle fertig ist, solle auch die Zusammenarbeit mit den Schulen und dem Kindergarten im Ort intensiviert werden. Auch für dieses Pilotprojekt sei die Fördersumme gedacht.

Für Harald Recke, Direktor des Beiserhauses, ist das Geld, das aus öffentlichen Kassen nach Rengshausen floss, ganz normaler Bestandteil der Sportförderung im ländlichen Raum. Es sei deshalb gar nicht möglich, sie dem Tierschutz gegenüber zu stellen und zu vergleichen, sagt Recke.

Quelle: HNA

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