Mit Ponys in die Zukunft

Reiterhof in Wenzigerode soll zu Lernort Bauernhof umfunktioniert werden

Sie lieben Ponys: Katharina Keil, auf dem Pferd von links Hannah Gräf und Ronja Hormes, Lisa Frings und Annika Hilger stehen daneben. Foto:Thiery

Wenzigerode. Katharina Keil hat noch einiges vor. Sie will den Reiterhof ihrer Eltern in Wenzigerode zu einem Lernort Bauernhof umfunktionieren. Die Voraussetzungen sind schon gegeben. Hof und ein Seminarhaus bilden den Grundstock für das Vorhaben.

Zurzeit macht dort eine Gruppe junger Mädchen Reit-urlaub. Sie besuchen ein Sprachcamp der Sprachenschule Berlitz. Neben Reiten steht Englisch auf dem Programm. Die 30 Kinder zwischen neun und 17 Jahren büffeln morgens Vokabeln, nachmittags satteln sie die Ponys und reiten aus, backen oder basteln und machen Ausflüge.

Die vier Betreuer stammen aus englischsprachigen Ländern, Englisch ist also deren Muttersprache. Mit ihnen müssen die Kinder die gesamte Freizeit über Englisch reden, so will es das Berlitz Sprachcamp-Konzept. Viele Eltern wollten, dass die Kinder auch in den Ferien lernen, erzählt Lizzy Stewart, Betreuerin aus England. Die Kombination mit dem Reiten sei vor allem bei den Mädchen sehr beliebt. Wie bei Monique Moeske aus Gießen. Die 11-Jährige reitet auch zu Hause zweimal die Woche. „Hier können wir ausreiten, das ist in der Stadt nicht möglich“, schwärmt sie. Die Mädchen rennen in den Pausen über den Hof, vorbei an Hühnern und den drei Jagdhundwelpen zu den Ponys in die Ställe.

„Sie lieben es bei den Tieren zu sein“, sagt Katharina Keil. Sie flechten den Ponys stundenlang die Mähne zu kleinen Zöpfen, bürsten und pflegen die Tiere. Die Mädchen könnten sich kümmern und Verantwortung übernehmen. „Es kommen viele Stadtkinder auf den Hof“, ergänzt sie. Den meisten fehle die Naturerfahrung. Dies sei eine Zeitlang nicht als so wichtig angesehen worden, befinde sich aber gerade wieder im Wandel. Die 26-Jährige hat Lehramt studiert und wartet zurzeit auf ein Referendariat. Das zweite Staatsexamen will sie noch machen und dann ihre pädagogischen Fähigkeiten nutzen und den Hof als Lernort ausbauen.

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

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