Remsfeld: Mögliche Trassenführung von Suedlink stieß auf großen Protest

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Zweifelnde Gesichter und breites Interesse: Die Bürgerversammlung zu Tennet im Remsfelder Bürgerhaus war sehr gut besucht. Fotos: Thiery

Remsfeld. In der Knüllwälder Bürgerversammlung zur Trasse von suedlink ging es hoch her. Die Menschen wehrten sich gegen die Planungen der Firma Tennet.

Wir wollen ein solches Projekt nicht: Das war das eindeutige Fazit der Bürgerversammlung in Remsfeld zur geplanten Trassenführung der Stromleitung Suedlink. Am Ende blieben viele Zweifel, Proteste und Buhrufe. Die Versammlung wurde in ihrem Verlauf immer emotionaler, die verbalen Angriffe auf die Referenten der Firma Suedlink sogar scharf.

Auf den Tischen lagen schon eingangs Zettel für eine geplante Bürgerinitiative aus. Konrad Döpfer aus Schellbach will sich dafür einsetzen, dass die Trasse so nicht gebaut wird und sammelte Fragen und Stimmen ein.

Zunächst verhielten sich die 160 Menschen ruhig und hörten den Referenten, Michael Roth und Andrea Thiel, von Tennet zu.

Die geplante Trasse der Stromleitung führt von Homberg kommend über Remsfeld und Reddingshausen an der A 7 über Völkershain und Ellingshausen direkt an der Autobahn vorbei. Die vorgelegte Zeichnung zeigte einen Korridor entlang der Autobahn. Bedrohlich für die meisten: Die direkte Lage über dem Ortsgebiet von Remsfeld.

Michael Roth von Tennet betonte immer wieder, dass dies nur ein Vorschlag sei, die konkrete Planung jetzt erst los gehe und Bedenken der Bürger aufgenommen würden. „Wir wollen keinen Ort überspannen“, sagte er. Und: Die Bedenken werden gehört werden und in die direkte Planung eingehen. Alternativen werde es geben, die Erdverkabelung könne eine solche sein. Vielen waren die Ausführungen der Referenten nicht konkret genug. Sie fühlten sich schlecht informiert angesichts der Dinge, die auf sie zukommen. Sie befürchteten, dass Tennet die Menschen nur beschwichtigen möchte, um Zeit zu gewinnen.

Stromleitungen über Remsfeld: Der Korridor von Suedlink führt in der ersten Planung direkt über den Ort.

Heiß diskutiert wurden die Alternativen. Es gibt eine Ostvariante der Leitung durch die ehemalige DDR von Deutschlands Norden in den Süden, an weniger besiedelten Gebiet vorbei. Sie sei doch viel besser geeignet.

Viele glauben, dass Wirtschaftlichkeit ein Aspekt für die nun vorgestellte Trasse an der Autobahn sei und fragten sich, warum man die ohnehin stark belasteten Regionen noch mehr fordere. Remsfeld habe schon die A 7, nun solle noch die Leitung kommen.

Großes Thema waren die gesundheitlichen Auswirkungen. Die Zuschauer ließen sich nicht von Zahlen und Normgrößen beeindrucken, die unterschritten würden. Sie glauben nicht, dass dies erprobt sei, wie der Referent betonte.

Konkret lägen keine Erfahrungen eines solchen Mammutprojektes vor, meinten sie und verwiesen auf die steigenden Krebsraten von Menschen, die in der Nähe von Strommasten leben. Ein Ruf aus dem Saal: „Wir sind doch nur Versuchskaninchen.“

Auch die Planung wurde kritisiert, Punkte wie Wasserschutzgebiet, Nähe zum Wohnort, Naturschutz seien nicht berücksichtigt. Roth betonte immer wieder, dass es sich um eine sehr frühe Planungsphase handele und man die Menschen einbeziehen wolle. Auch dies wurde bezweifelt. „Wenn die Gemeinde nicht Druck gemacht hätte, säßen wir nicht hier“, hieß es.

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

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