Weitere Projekte geplant

Nach Unwetter: Renaturierung von Bächen hat sich bewährt

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Ausgebremst: Der verbreiterte Bachlauf am Ortseingang von Altenhasungen verhinderte Schlimmeres, als das Wasser kam. Stephan Schmidt von der Stadt begutachtet die aufgestellten Holzrechen, an denen das Treibgut hängen geblieben ist.

Wolfhagen. Ehringen und Altenhasungen sind nach dem Unwetter am Wochenende mit einem blauen Auge davon gekommen. Ohne die Hochwasserschutzmaßnahmen in Altenhasungen und das Rückhaltebecken bei Ehringen hätten beide Dörfer unter Wasser gestanden, da ist man sich vor Ort einig.

Stephan Schmidt von der Stadt Wolfhagen, der sich um den Hochwasserschutz in Wolfhagen kümmert, hat die Situation in Altenhasungen inzwischen überprüft. Lediglich im Bereich der Brücken und in einigen Gärten habe es Überschwemmungen gegeben. Dies sei wohl wegen der Engstellen in diesen Bereichen nicht zu vermeiden.

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Vor Altenhasungen schlängelt sich die Erpe in einem extra breiten Bachbett Richtung Ortslage. Dieses Projekt wurde erst vor kurzem abgeschlossen. „Hier sieht man, dass die Hochwasserschutzmaßnahmen gegriffen haben.“ An den angebrachten Holzrechen ist Gras, Totholz und anderes Treibgut hängen geblieben, sodass nichts den Bachlauf verstopfen konnte. Durch die Verbreiterung habe das Wasser an Geschwindigkeit verloren, sagt Schmidt.

Man führe derzeit Gespräche mit den Grundstücksbesitzern entlang der Erpe bis zur Heerstraße, um auch hier den Hochwasserschutz zu verbessern.

Ippinghausen im Fokus 

Seit dem Jahr 2002 versucht die Stadt Wolfhagen, die Sicherheit in den hochwassergefährdeten Dörfern zu verbessern. In Altenhasungen wurde jetzt das dritte Projekt dieser Art abgeschlossen, in Wenigenhasungen das sechste. Demnächst soll es in Ippinghausen weitergehen. „Wir warten derzeit auf die Genehmigung vom Regierungspräsidium“, so Schmidt. Die Stadt erhält für diese Projekte Zuschüsse vom Land Hessen.

Denn der Hochwasserschutz hat noch eine andere Komponente: „Wir verbessern auch die ökologische Struktur der Landschaft.“ Stephan Schmidt entdeckt an den renaturierten Bachläufen vermehrt seltene Vögel und andere Tierarten.

Hochwasserschutz spielt auch bei der Anlage von Biotopen eine Rolle. Beim Glockenborn und in Wenigenhasungen wurde ebenfalls mit Gräben vorgesorgt.

Von Bea Ricken

Quelle: HNA

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