Renaturierung der Schlier: Hochwasserschutz und bessere Wasserqualität

Schlierbach. Das Gelände der ehemaligen Kartoffeldämpfanlage in Schlierbach ist noch von Teer und Beton überzogen und die Schlier läuft in Rohren unter der Erde. Doch das soll sich bald ändern: Die Schlier soll wieder als Bach Richtung Schwalm fließen.

Völlig verändern wird sich nach Angaben von Bürgermeister Kai Knöpper der Platz, auf dem einst die Kartoffeldämpfanlage stand. Als sie noch in Betrieb war, war Leben vor der alten Molkerei. Traktoren lieferten die Kartoffeln an, die mit Wasser aus der Schlier gewaschen wurden. Doch all das ist Gesichte.

Geblieben ist das imposante Haus der Molkerei, ein großes Kanal- und Röhrensystem in dem die Schlier verschwindet, um knapp 200 Meter weiter wieder aus dem Untergrund auf zu tauchen und als Bach der Schwalm entgegen zu plätschern. In Bögen zur Schwalm Geblieben ist auch ein zum Teil versiegelter Platz und ein kleiner Garten, in dem Bäume statt Gemüse wachsen. All das wird sich ändern. Denn die verrohrte Schlier soll wieder an die Oberfläche und in Bögen der Schwalm zufließen.

Der erste Schritt der Renaturierung: Die Gemeinde Neuental hat das Gärtchen gegenüber der alten Molkerei gekauft Schritt Nummer zwei: Aus dem Landesprogramm Gewässerentwicklung und Hochwasserschutz hat Neuental eine Förderung von 46 000 Euro erhalten. Die Gesamtkosten für die Renaturierung belaufen sich nach Angaben von Knöpper auf 64 640 Euro. Doch nicht die ganze Fläche wird renaturiert. Offen bleiben muss eine Zufahrt zu den Feldern und den Häusern.

Folgende Ziele sind nach Darstellung Knöppers mit dem Umbau verbunden: Zum einen werde die Fließgeschwindigkeit der Schlier, deren Oberlauf schon renaturiert wurde, durch Steine im Bachbett heruntergesetzt. Bei der Neugestaltung des Gebiets wird auch das ehemalige Pumpenhäuschen verschwinden. Und schließlich sollen zwei Durchlässe im unteren Teil als Stauraum bei Starkregen dienen und auch als Wasserreservoir für den Brandschutz.

Insgesamt können 134 Kubikmeter Wasser gestaut werden. Nach Darstellung von Knöpper entspricht das dem Volumen, das durch den Bau der Kläranlage weggefallen ist. Über den Hochwasserschutz hinaus trage die Renaturierung dazu bei, die Wasserqualität der Schlier zu verbessert. (ras)

Quelle: HNA

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