28. Große Galerie: Kasseler Studentin Ulrike Wilde stellt ihre Werke in der Carl-Bantzer-Schule aus

Ein Rendezvous mit der Kreiszahl Pi

Mit dem Teppich im Vordergrund: Künstlerin Ulrike Wilde (zweite von links) mit den fünf Musikstudenten aus Kassel. Foto: Heist

Ziegenhain. Mit der Zahl Pi befasst sich eine Ausstellung der Kasseler Studentin Ulrike Wilde, die in der „28. Großen Galerie“ in der Carl-Bantzer-Schule in Ziegenhain eröffnet wurde.

Neun Werke der aus Erfurt stammenden 23-jährigen Kunst- und Mathematikstudentin bringen die Faszination der irrationalen Kreiszahl zum Ausdruck. Entstanden sind die in Atrium und Foyer der Schule ausgestellten Arbeiten während der vergangenen beiden Jahre.

Digitaldrucke mit zufälliger Farbverteilung, Arbeiten mit Acryl auf Leinwand und ein Konzeptpapier mit verschiedenen Materialien zeigen unterschiedliche Techniken und Herangehensweisen. Ins Auge springen unter anderem zehn, mit etlichen Nachkommastellen bedruckte Papierbahnen, von denen jede für eine Ziffer steht, welche auf der entsprechenden Papierbahn mit schwarzem Edding ausgestrichen wurde. So ergibt sich auf der Rückseite der Papierbahnen durch den Edding eine weitere lesbare Variante. Ein Bild, auf dem Ulrike Wilde Zahlen als farbige Punkte kreisförmig dargestellt hat, erinnert mit seiner bleistiftartigen Innenzeichnung an die Jahresringe eines Baumes.

60 Kilo schwerer Teppich

Zentrales Stück der Ausstellung ist ein drei mal drei Meter großer, 60 Kilo schwerer handgetufteter Teppich. Er trägt den Titel „1089“. Diese Anzahl an Nachkommastellen hat die Künstlerin farblich umgesetzt. Begonnen habe sie mit der Arbeit am Teppich im vergangenen September, sagte Ulrike Wilde. Entstanden sei er innerhalb von drei bis vier Monaten, mit täglich bis zu vier Stunden Arbeit. Der zur Eröffnung inmitten des Atriums ausgelegte Teppich werde für den weiteren Verlauf der Ausstellung aus Sicherheitsgründen abgesperrt. Für ihren Mut und ihre Bereitschaft, den Teppich für die Ausstellung in der Schule zugänglich zu machen, sprach die Schulleitung Ulrike Wilde ihren besonderen Dank aus. Man trage nicht nur die Tradition Carl Bantzers, sondern lebe die Kunst, sagte Schulleiterin Heidrun Elborg.

Als „Experiment“ bezeichnete auch Matthias Haase, der Lebensgefährte der Künstlerin, die Ausstellung. Er hielt die Laudatio stellvertretend für die erkrankte Steffi Jüngling, Mitarbeiterin der Kunsthochschule Kassel.

Ebenso eigenwillig und ausdrucksstark wie die Ausstellung gestaltete sich die musikalische Einleitung und Umrahmung der Vernissage. Fünf Musikstudenten der Universität Kassel bereiteten den rund 70 Ausstellungsbesuchern ein Klangerlebnis der besonderen Art. (zhk)

Zu sehen: An den Schultagen bis Mittwoch, 20. März jeweils von 7.30 bis 15.30 Uhr im Foyer und Atrium der CBS geöffnet. Am 1. März gibt es außerdem einen Schülerworkshop mit der Künstlerin.

Quelle: HNA

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