Von Rente bis Schulgeld

Kirchensteuer oder Kosten für die Berufsausbildung – solche Aufwendungen können als Sonderausgaben von der Steuer abgesetzt werden. Wer dies nicht tut, verschenkt Geld.

„Unter Sonderausgaben versteht man private Aufwendungen, die nicht mit dem Erwerb von Einkünften verbunden sind und per Gesetz in gewissem Umfang von der Steuer abgesetzt werden können“, erläutert Erich Nöll vom Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine. Diese Ausgaben können teils unbeschränkt, teils im Rahmen von gestaffelten Höchstbeträgen oder bis zu einem festen Höchstbetrag veranschlagt werden.

Vorsorgeaufwendungen

Sie sind in verschiedene Kategorien unterteilbar: „Den größten Posten bilden die Vorsorgeaufwendungen. Dazu gehören Beiträge zur Basisversorgung im Alter“, erklärt Nöll. Doch nicht nur das, was der Steuerzahler fürs Alter weglegt, kann er geltend machen, sondern auch, was er ansonsten in seine Vorsorge investiert. „Aktuell sieht es so aus, dass die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung komplett abzugsfähig sind, ausgenommen von einem vierprozentigen Abschlag fürs Krankengeld“, erklärt Käding. „Und auch die Pflegeversicherung wird in voller Höhe berücksichtigt.“ Analog dazu könnten Privatversicherte ihre Aufwendungen in dem Umfang geltend machen, in dem sie dem Basiskrankenversicherungsschutz entsprächen – Zusatzleistungen wie Chefarztbehandlung oder Einzelzimmer blieben außen vor. Es sei denn, der laut Steuerrecht für die Kategorie „sonstige Versorgungsaufwendungen“ festgelegte Höchstbetrag von 1900 Euro bei Arbeitnehmern und 2800 bei Selbstständigen ist nicht ausgeschöpft. „Ist das der Fall, können auch Leistungen abgerechnet werden, die nicht zur Basisversorgung gehören“, ergänzt Uwe Rauhöft vom Neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine. Darüber hinaus seien bis zum Erreichen des genannten Limits zusätzlich andere vorsorgebezogene Aufwendungen wie Berufsunfähigkeits- oder Haftpflichtversicherung absetzbar.

Neben den Kosten für Vor- und Versorgung zählen noch eine Reihe weiterer Posten zu den Sonderausgaben. Darunter zum Beispiel die Kirchensteuer oder Unterhaltsleistungen an den Ex-Ehepartner. Ebenfalls abzugsfähig sind Spenden. Außerdem kommen bestimmte Aufwendungen im Bereich Bildung in Betracht. „So können für die erste Berufsausbildung oder das Erststudium derzeit bis zu 4000 Euro pro Jahr von der Steuer abgesetzt werden – ab 2012 sind es dann sogar 6000“, erklärt Rauhöft. Deklariert werden können dabei neben Studien- beziehungsweise Schulgebühren unter anderem Fachbücher.

Was er in die Erziehung und Bildung der eigenen Kinder steckt, kann der Steuerzahler auch teils als Sonderausgabe geltend machen: „Wenn ein Kind eine staatlich anerkannte Ersatz- oder Ergänzungsschule besucht, sind 30 Prozent des Schulgeldes absetzbar, solange der Höchstbetrag von 5000 Euro nicht überschritten wird“, gibt Käding ein Beispiel. Zudem bestehe unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit, Kinderbetreuungskosten bis zu einer Höhe von 4000 Euro pro Kind als Sonderausgabe anzusetzen. (tmn)

Quelle: HNA

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