Repair-Café in Gudensberg will Selbsthilfe stärken

Konzentriert bei der Sache: Burkhard Schrader, Stephan von Buttlar und Dieter Keller (von links) suchen den Fehler in einer italienischen Espressomaschine. Foto: privat

Gudensberg. Etwas ist defekt, aber zum Wegschmeißen viel zu schade. Was tun, wenn man selbst kein begnadeter Tüftler ist? In solchen Fällen kann das Repair-Café helfen, das im Kommunikations- und Familienzentrum Quartier in Gudensberg eingerichtet wurde.

Am nächsten Freitag, 3. Juli, wird es bereits zum dritten Mal in diesem Jahr angeboten.

Zwischen 16 und 18 Uhr stehen sechs verschiedene Fachleute, meist Handwerker oder Ingenieure im Ruhestand, zur Verfügung und helfen kostenlos (Spenden sind ausdrücklich erwünscht) bei allen möglichen Reparaturen.

Mehr als 45 Besucher des Repair-Cafés brachten bereits ihre kaputten oder funktionsuntüchtigen Gegenstände von Zuhause mit, Toaster, Lampen, Föhne, Kaffeemaschinen, Fahrräder und Spielzeug waren mit dabei. Und: In fast allen Fällen gelang die Reparatur! Die Fachleute wissen halt fast immer eine Lösung.

Das Quartier Gudensberg und die ehrenamtlichen Helfer möchten so ihren Teil zur Reduzierung des Müllbergs beitragen. „Das ist dringend notwendig“, findet Marco Plass, Leiter des Quartiers . „In Deutschland werfen wir unfassbar viel weg. Auch Gegenstände, denen fast nichts fehlt und die nach einer einfachen Reparatur wieder ordentlich zu gebrauchen wären. Leider steckt das Reparieren vielen Menschen nicht mehr im System. Mit dem Repair-Café wollen wir das ändern.“

Das Repair-Café ist auch dazu gedacht, Menschen in der Nachbarschaft auf neue Art und Weise wieder mit einander in Kontakt zu bringen. Sie können entdecken, wie viel Wissen und praktische Fähigkeiten eigentlich vorhanden sind. Marco Plass: „Wenn man gemeinsam mit einem bis dahin unbekannten Nachbarn ein Fahrrad, einen CD-Spieler oder eine Hose repariert hat, sieht man diese Person doch mit anderen Augen, wenn man ihr das nächste Mal auf der Straße begegnet.“

Plass weist ebenfalls darauf hin, dass eine Reparatur auch Geld und kostbare Grundstoffe einspart und zudem zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes beiträgt. „Aber wir wollen mit dem Repair-Café vor allem zeigen, dass Reparieren Spaß macht und in vielen Fällen recht einfach ist.“

Das Quartier Gudensberg will nach den bisherigen Reparturerfolgen und der guten Nachfrage auch weiterhin regelmäßig ein Repair-Café in Gudensberg organisieren. Vorgesehen sind in 2015 noch folgende Termine: 3. Juli, 4. September, 6. November.

Wer mithelfen möchte, egal ob beim Reparieren, in der Organisation oder beim Verkauf von Kaffee und Kuchen, ist dazu eingeladen.

Quelle: HNA

Kommentare