Reparaturarbeiten auf dem Rödeser Berg: Schwere Flügel am Haken

Sicherung am Seil: Anlagenmonteur Sascha Schröder (rechts) gibt gemeinsam mit einem Kollegen dem Rotorblatt am Haken des Krans Führungshilfe. Foto:  Norbert Müller

Wolfhagen. Millimeterarbeit mit schwerem Gerät ist angesagt auf dem Rödeser Berg.

Nachdem im November 2015 der Generator einer der vier Windkraftanlagen in Brand geraten war - Ursache war ein öliger Lappen, den ein Mechaniker bei Wartungsarbeiten vergessen hatte - sind die Techniker jetzt mit der Reparatur auf der Zielgeraden.

Mit einem Spezialkran wurden zunächst die drei Rotorblätter abgenommen und abgelassen, Rotornabe und Generator folgten. Eine Spezialfirma reinigte die verrußte Gondel, ehe mit dem Einbau des neuen Generators und der Rotornabe begonnen werden konnte.

Das alles brauchte seine Zeit, sagt der technische Leiter der Wolfhager Stadtwerke, Dieter Spangenberg. Denn: Weht der Wind zu stark, können keine Lasten an den Haken genommen und auf gut 100 Meter Höhe gezogen werden. Allerdings liegen gerade in der kalten Jahreszeit die windstarken Monate, vor allem deshalb zogen sich die Arbeiten in die Länge.

Die Stadtwerke Wolfhagen nehmen es dennoch gelassen, dass die vierte Anlage auf dem Rödeser Berg nun schon seit November keinen Strom produziert. Die Firma Enercon, Produzent der Windmühlen, sei für solche Fälle versichert. Ein Schaden entstehe den Stadtwerken also nicht durch den Ausfall, betont Spangenberg.

Inzwischen ist der neue, 84 Tonnen schwere Generator in der Gondel platziert, auch die 58 Tonnen schwere Rotornabe sitzt am Platz. Rund um Ostern wurde es für die Arbeiter noch einmal richtig kniffelig, galt es doch, die 48 Meter langen und 23 Tonnen schweren Rotorblätter, die dem Wind noch eine weitaus größere Angriffsfläche bieten als der Generator, auf Nabenhöhe zu bringen und dann mit je 144 Schrauben festzuziehen.

Drei Monteure stehen dazu oben in der Nabe, geben dem Kranführer Anweisungen, während unten zwei weitere Techniker mit einem langen, am Blatt befestigten Seil Führungshilfe geben, damit der Flügel nicht im Wind anfängt zu pendeln. Zwei Blätter sind so von den Spezialisten innerhalb weniger Stunden installiert.

Am frühen Donnerstagmorgen sollte der dritte und letzte folgen. Allerdings reichte das Zeitfenster mit schwachem Wind nicht für die komplette Montage. Also wurde vertagt. „Nächste Woche sollte es klappen“, ist Dieter Spangenberg zuversichtlich.

Wenn dann die Blätter sitzen, sind in der Gondel noch ein paar Kabel anzuschließen. Nach einer Prüfung der gesamten Anlage kann das Windrad dann nach fünf Monaten Pause wieder in Betrieb gehen.

Quelle: HNA

Kommentare