"Ärger und Angst im Dorf"

Resolution gegen Sexualstraftäter: Wahlshäuser fordern Umzug

Demonstration vor dem Rathaus: Die Wahlshäuser verliehen ihrer Forderung nach dem Umzug eines entlassenen Sexualstraftäters mit Plakaten und einer Resolution Nachdruck. Foto: Grede

Oberaula. „Wir sind kein Therapie-Dorf, wir haben Angst, helft uns“: Mit Plakaten und Bannern verliehen mehr als 100 Wahlshäuser vor dem Rathaus ihrer in einer Resolution formulierten Forderung Nachdruck. 

Sie wollen, dass der aus der forensischen Psychiatrie entlassene Sexualstraftäter aus ihrem Dorf wegzieht. Der Mann lebt dort seit Juni in unmittelbarer Nähe des Kinderspielplatzes und des Jugendraumes. Am Dienstagabend überreichten sie Bürgermeister Klaus Wagner das Schriftwerk.

PDF-Dokument: Die Resolution im Wortlaut

Jutta Neumann sprach für die Wahlshäuser: „Nur durch eine Veränderung seines Wohnumfeldes kann er seine Bewährungauflagen einhalten.“ Und nur so könnten auch die Kinder, Jugendlichen und jungen Frauen im Dorf wieder angstfrei leben. Der Mann sei „unverzüglich in einem betreuten Heim unterzubringen“.

Die von der Bewährungshilfe und Polizei vorgeschlagenen Aktionen zur Überwachung des Mannes sind aus Sicht der Wahlshäuser ungenügend. „Bis zu seinem Umzug sollte die Bevölkerung vor dem Mann durch eine Rund-um-die-Uhr-Überwachung abgesichtert werden“, fordert Jutta Neumann.

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Deutlich wurde am Dienstagabend auch, dass der juristische Betreuer des 46-Jährigen in den Fokus der Wahlshäuser gerät. „Herr Betreuer, was haben Sie sich dabei gedacht?“, fragte Irene Berg auf ihrem Plakat. Es heißt, der Betreuer war es, der mit Zustimmung des Bewährungshelfers die Wohnung in Spielplatznähe für den 46-Jährigen ausgesucht habe.

Angesichts des deutlich sichtbaren Wohnumfeldes des Entlassenen in der Wahlshäuser Dorfmitte sprach Bürgermeister Klaus Wagner von einer „großen Fahrlässigkeit“, für den Mann genau diese Wohnung anzumieten. „Der juristische Betreuer hat es geschafft, nicht nur Ärger sondern auch Angst nach Wahlshausen zu bringen. “Der Bürgermeister rief die die Wahlshäuser zur Besonnenheit auf: „Viele, viele Menschen arbeiten daran, dass der Mann einem Umzug zustimmen wird.“

Bereits am Nachmittag hatte eine Abordnung aus Wahlshausen die Resolution Vize-Landrat Winfried Becker überreicht.

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

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