Resolution: Stadtverordnete wollen Südlink durch Felsberg verhindern

Felsberg. Die Felsberger Stadtverordneten haben in ihrer Sitzung am Donnerstagabend eine Resolution gegen die Stromtrasse Südlink verabschiedet.

Die Resolution enthält folgende Forderungen:

• Die Firma Tennet soll den Bedarf und die Notwendigkeit des Trassenverlaufs durch das Gebiet der Stadt Felsberg belegen,

• prüfen, ob eine Erdverkabelung im Felsberger Stadtgebiet realisierbar ist,

• und eine Informationsveranstaltung für die Felsberger veranstalten.

• Die hessische Landesregierung soll Mindestabstände von Stromtrassen zu Wohngebieten festlegen.

• Der Magistrat der Stadt Felsberg soll sich für die Erfüllung dieser Forderungen einsetzen und sich dabei soweit wie möglich mit anderen betroffenen Kommunen im Landkreis abstimmen.

Ähnliche Resolutionen gegen die geplante Stromtrasse hatten zuvor auch schon andere Kommunen in der Region verabschiedet.

Kritik von den Grünen

Allerdings hoben nicht alle Felsberger Stadtverordneten für die Resolution die Hände: es gab fünf Enthaltungen und eine Gegenstimme.

Jochen Pschibul (Grüne) begründete seine Enthaltung damit, dass die Resolution das Sankt-Florians-Prinzip widerspiegele. Niemand wolle die Trasse vor der eigenen Haustür haben, das sei verständlich. Aber wenn eine Stromtrasse gebaut werden müsse, dann müsse sie auch irgendwo hin gestellt werden. „Die Debatte muss sachlicher werden“, forderte Pschibul. Deshalb wolle er die Resolution nicht mittragen.

Hilmar Löber (SPD), der am 19. November mit anderen Felsbergern eine Bürgerinitiative gegen Südlink gründen will, sagte gegenüber der HNA, er sei irritiert über die Äußerungen Pschibuls. Gerade von den Grünen habe er eine andere Haltung zum Thema Südlink erwartet, sagte Löber.

Auch Werner Plass (FWG) widersprach Pschibul: Felsberg müsse diese Resolution verabschieden, um deutlich zu zeigen, dass man mit den Plänen nicht einverstanden sei. Sonst könne man den Felsbergern später nachsagen, sie hätten sich nicht gewehrt. (jul)

Quelle: HNA

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