Instrumentenbauer brachte die Kirchenorgel wieder auf Vordermann

Restaurierte Orgel in Uttershausen: Viel Freude am Spieltisch

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Der Kirchenälteste greift in die Tasten: Heinrich Gröger am Spieltisch des historischen Instruments.

Uttershausen. Seit Ostern tönt die Kirchenorgel in Wabern-Uttershausen wieder. Sieben Monate lang war das Instrument restauriert worden. Dafür mussten die Kirchengemeinde Uttershausen und die Landeskirche von Kurhessen-Waldeck zusammen 100 000 Euro zahlen.

Klangliche und technische Mängel hatten zur Restaurierung geführt, erklärte Reiner Volgmann, Orgelsachverständiger der Evangelischen Landeskirche von Kurhessen-Waldeck. Das Instrument aus dem Baujahr 1835 war 1962 umgestaltet worden. Seinerzeit hatte man auf die historische Substanz keine Rücksicht genommen und die Orgel innen wie außen entstellt, wie Reiner Volgmann in einem Gutachten vermerkte. Unter anderem wurden Kunststoffe eingebaut, die nach und nach eine Mängelliste füllten.

Kurzclip:

Bei der Restauration und Rekonstruktion Ende 2011 behob die Orgelbauwerkstatt Mebold aus Siegen-Breitenbach die Mängel. Die Instrumentenbauer rekonstruierten die Mechanik und reinigten die Register. Eine 1962 verloren gegangene Keilbalg-Anlage wurde rekonstruiert. Aus Eichenholz stellten die Orgelbauer eine Tretanlage und aus Fichte Balgfalten her.

Trotz dieser Nachbauten steht eine Gebläseanlage zur Verfügung, die Luft in die Pfeifen bläst. Rekonstruiert, überarbeitet und zum Teil erneuert wurden auch die Orgelpfeifen. Neben den Arbeiten der Werkstatt Mebold waren die Malerin und Kunstschnitzerin Rebecca Späth aus Ulm mit der Farbfassung der Orgel sowie die Schreinerei Morsch aus Uttershausen mit der Umarbeitung des Emporenbodens an den Arbeiten beteiligt.

Reiner Volgmann lobt die wiederhergestellte historische Substanz und das Neue im Instrument. Damit spanne das Instrument in Sachen Tonansprache einen Bogen für Kompositionen von 1835 bis heute. Die restaurierte Orgel wurde mit einem Einweihungsgottesdienst mit Pfarrer Andreas Hermann gefeiert.

Von Peter Zerhau

Quelle: HNA

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