Retter lernen aus Skandal

Morschen schulte Führungskräfte der Feuerwehren im Kampf gegen Rechts

Morschen. Die Gemeinde Morschen hat ihre Feuerwehren zum Thema Rechtsradikalismus geschult. Denn in den vergangenen Jahren waren die Einsatzkräfte aus dem Ortsteil Binsförth in die Schlagzeilen geraten, weil sie Rechte in ihren Reihen hatten. Damit sich dies nicht wiederholt, hatte die Gemeinde Fachleute eingeladen.

In der Einsatzabteilung der Feuerwehr im Morschener Ortsteil Binsförth gehörten im Jahr 2011 mehrere Mitglieder der rechtsradikalen Szene an oder standen dieser nahe. Als das öffentlich wurde, traten die betroffenen Personen aus.

Auswirkungen bis heute

Die Binsförther Feuerwehr und die gesamte Bevölkerung des Dorfs hätten selbst heute noch mit den Auswirkungen zu kämpfen und müssten sich der Konfrontation mit den alten Berichten erwehren, sagt Wehrführer Oliver Claus. Dabei seien die Ereignisse innerhalb der Binsförther Wehr gut aufgearbeitet, erklärt Stephan Bürger vom Projekt „Gewalt geht nicht“ des Schwalm-Eder-Kreises. Er war zusammen mit dem Kasseler Helge von Horn nach Morschen gekommen, um Führungskräfte der Morschener Wehren zu schulen. Gemeinsam machten sie die Einsatzkräfte mit der Gedankenwelt der Rechten vertraut. Die Feuerwehrleute lernten rechte Symbole, Ideologien, Lieder und Kleidungsstücke zu erkennen und einzuordnen.

Weitere Schulung

Auch vorgegebene Fallbeispiele wurden bearbeitet: So diskutierten die Feuerwehrleute, was zu tun ist, wenn beispielsweise ein Jugendfeuerwehrwart durch einschlägige Symbole und sein Surfen in rechten Foren auffällig wird.

Wehrführer Oliver Claus bezeichnete die Schulung als Erfolg: „Das war aufschlussreich für alle Beteiligten.“ Da von der Thematik besonders oft Jugendlichen bedroht sind, wolle man im nächsten Jahr die Jugendwarte schulen. (gör)

Quelle: HNA

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