Übung Schneller Adler: Soldaten evakuierten Ferienanlage

Stadtallendorf/Sachsen-Anhalt. HNA-Redakteurin Sylke Grede nahm an der Übung Schneller Adler teil. Sie zählte zu den aus einer fiktiven Ferienanlage zu rettenden Menschen. 23 Personen hatten sich dort versammelt. Sie warteten seit Tagen auf ihre Rettung.

Das Szenario: 1100 Soldaten der Division Spezielle Operationen, darunter auch solche aus Stadtallendorf, nehmen aktuell an der Übung Schneller Adler in Sachsen-Anhalt teil. Davon sind 170 Rollenspieler. 50 Schiedsrichter bewerten die Aktionen. Die Aufgabe der Soldaten: Menschen aus einem Krisengebiet retten. In dem fiktiven Land Atrea droht nach massiven Wahlfälschungen ein Bürgerkrieg. Der Flugverkehr wurde eingestellt, die Grenzen geschlossen. Die Division Spezielle Operationen greift ein.

Übung Schneller Adler: Soldaten evakuierten Ferienanlage

Nach Stunden des Bangens und Wartens überschlagen sich in der Ferienanlage die Ereignisse: Die Feldjäger rücken an. Schwerbewaffnete Soldaten geben plötzlich Kommandos: „Antreten im Flur“, tönt es durch das Gebäude. Mit erhobenen Händen, dabei den Ausweis in der rechten Hand, stehen 23 Menschen dichtgedrängt im Flur. Aufregung, Unruhe machen sich breit.

Mein Nachbar nennt mir seinen fiktiven Namen: Ludwig Ranft. Er habe sich von München bis zur Evakuierungsstelle bei Havelberg in Sachsen-Anhalt durchgeschlagen, flüstert er mir die Geschichte zu, die er als vermeintlicher Flüchtling parat haben muss.

Ein Soldat schreit Befehle durch den Gang: „Gepäck zur Kontrolle durch Spürhunde nach draußen, dann wieder Antreten im Flur. Nacheinander zum Identifizieren in den rechten Raum, zur Leibesvisitation in den vis-à-vis. Die Zeit drängt. Nach Vorlage meines Passes bekomme ich mit rotem Filzstift die Nummer 16 auf den Arm gemalt.

Dann zur Leibesvisitation. Eine zierliche Soldatin in schwerer Feldjäger-Ausrüstung tastet meinen Körper ab, während ihr Kamerad meine Handtasche durchsucht. In meinem Geldbeutel findet er eine Mini-Schere. Konfisziert.

Wir werden nach draußen getrieben. Dort warten Mungos, kleine wendige Luftlandefahrzeuge. Darin rummpeln wir über Feldwege zum Landeplatz. Wir rennen zum Hubschrauber. Die Rotoren drehen sich. Wir werden dabei angetrieben, schneller zu sein. Für Höflichkeiten ist keine Zeit. Endlich ich sitzte im Hubschrauber, Typ Bell, neben mir ein junger Mann: „Angina Pectoris“, stellt er seine vermeintliche Erkrankung vor. Der Hubschrauber hebt ab. 15 Minuten in der Luft, und am Ende steht die sichere Heimat - in diesem Fall der Flughafen Stendal-Borstel. Von Sylke Grede

Hintergrund

Die Division Spezielle Operationen (DSO) gliedert sich in zwei Luftlandebrigaden, das Kommando Spezialkräfte (KSK) sowie die Divisonstruppen. Der Stab der Division sitzt seit 2010 in Stadtallendorf. Zur Division zählen derzeit 10 600 Soldaten. Ein Schwerpunkt der Divsion sind militärische Evakuierungsoperationen. Darunter werden Operationen verstanden, bei denen Menschen, in der Regel deutsche Staatsbürger, im Ausland aus einer drohenden Lebensgefahr, zum Beispiel aus Krisen- und Bürgerkriegsgebieten gerettet werden. (syg)

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Quelle: HNA

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