Übung des Katastrophenschutzes Schwalm-Eder – Großeinsatz in Guxhagen

Katastrophenschutz-Übung: Rettung in letzter Sekunde

Schwalm-Eder. Schreiende Verletzte und giftige Dämpfe: Zu einer groß angelegten Katastrophenschutzübung hatte der Brand- und Katastrophenschutz, des Schwalm-Eder-Kreises am Wochenende 191 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst mobilisiert.

Ort der Aktivitäten war in und um die Gesamtschule in Guxhagen.Das vom Fachbereich ausgearbeitete Szenarium hatte es in sich. Vor der Schule havarierte ein Kleinlastwagen mit brisanter Beladung. Behälter mit ätzender Ameisensäure, giftigem Chlorsulfuron und ätzender Salpetersäure waren beschädigt und ausgelaufen. Die Insassen Fahrzeugs und Passanten wurden dabei verletzt. Zeitgleich ereignete sich ein Unfall in der benachbarten Schule. Bei einer Explosion und dem entstanden Brand wurden Schüler verletzt und im Gebäude eingeschlossen.

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Bestens vorbereitet auf die Katastrophe

Um 15.06 gab es Sirenenalarm für Grebenau, Besse und Grifte, die Feuerwehren aus der Großgemeinde Guxhagen wurden über ihre Funkmelder alarmiert. Wenige Minuten später trafen die ersten Feuerwehrleute an der Schule ein. Immer mehr Einsatzfahrzeuge, auch vom Rettungsdienst, trafen an der Unfallstelle ein. Rote Rauchschwaden der Salpetersäure wurden vom Wind zerrissen und in verschiedene Richtungen geweht, rund um das havarierte Fahrzeug lagen aufgerissene Behälter, aus zwei Behältern auf Gitterboxen liefen Flüssigkeiten aus.

Viele kleine Explosionen

Übung des Katastrophenschutzes Schwalm-Eder

Zerrissen wurde die Ruhe an der Unfallstelle durch mehrere kleine Explosionen und von vor Schmerzen schreienden Menschen. Diese wurden dargestellt von Mitgliedern des Jugendrotkreuzes.

Nach und nach rückten die Feuerwehrleute mit schwerem Atemschutz an die Unfallstelle vor und brachten die Verletzten aus dem Gefahrenbereich, bevor sich zwei Feuerwehrmänner aus Guxhagen im Gefahrgutanzug um die giftigen und ätzenden Chemikalien kümmerten.

Keine 100 Meter weiter drangen Feuerwehrleute über Steckleitern zu einen verrauchten Klassenraum vor. Dort standen Schüler um Hilfe schreiend am Fenster und warten auf ihre Rettung. Alle Verletzten wurden an die Männer und Frauen vom Rettungsdienst übergeben.

Hinter den Absperrbändern hatten sich zahlreiche Zuschauer versammelt und verfolgten die Bemühungen des Rettungsdienstes. Alles war gut organisiert und koordiniert: Während die Fachleute der Feuerwehr Guxhagen sich um den Chemieunfall kümmerten, lief die Rettung der Schüler auch Hochtouren. Nach und nach wurden alle 20 Verletzten in die Obhut der Rettungsdienste übergeben.

Gute zwei Stunden später war die Übung beendet. Ein halbes Dutzend Beobachter verfolgten die Einsatzkräfte auf Schritt und Tritt. In den nächsten Tagen wird es, wie Kreisbrandinspektor Werner Bähr sagte, eine Besprechung auf Führungsebene geben. Die Ergebnisse werden dann an die Beteiligten der Übung weitergeleitet.

Quelle: HNA

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