Großübung aller Bad Emstaler Feuerwehren im Balhorner Ortskern

Helfer aus Wolfhagen: Die Feuerwehr aus der früheren Kreisstadt war zur Unterstützung mit ihrer Drehleiter angerückt und holte die im oberen Stockwerk Eingeschlossenen aus dem Haus. Fotos:  Michl

Bad Emstal. Als am Mittwoch Punkt 19.04 Uhr in den Bad Emstaler Ortsteilen Balhorn, Merxhausen, Riede und Sand die Sirenen heulten, ging es zum Glück nicht um einen Ernstfall. Das allerdings wussten die Einsatzkräfte zunächst nicht.

Mit dem Alarm startete eine vom Bad Emstaler Gemeindebrandinspektor Andreas Kunze gemeinsam für alle vier Bad Emstaler Freiwilligen Feuerwehren angesetzte Großübung. Einmal im Jahr proben alle Ortsteilwehren gemeinsam, um die Koordination im Ernstfall zu optimieren.

Als bereits wenige Minuten nach der Alarmierung die Balhorner Wehr als erste am Einsatz eintraf – die aus Merxhausen, Riede und Sand trafen in den folgenden sieben Minuten ein – bot sich den Rettungskräften ein täuschend echt inszenierte Bild. Im dicht besiedelten Ortskern gegenüber dem Autohaus Möller bestimmte dichter Qualm die Szenerie, ein mehrstöckiges Wohnhaus, so das Drehbuch, hatte Feuer gefangen.

Nach Aussage eines „Bewohners“, der sich noch rechtzeitig ins Freie retten konnte, befanden sich in dem Gebäude noch fünf Personen. Wo sich diese aber aufhielten, konnte er nicht sagen. Da man davon ausgehen musste, dass sich die Vermissten auch im obersten Stockwerk befanden, wurde auch die Wolfhager Wehr mit ihrer Drehleiter angefordert.

Fotostrecke: Großübung der Bad Emstaler Feuerwehren

Großübung der Bad Emstaler Feuerwehren

Nach 20 Minuten traf die Unterstützung aus Wolfhagen ein, gerade noch rechtzeitig: Zwei der Eingeschlossenen hatten sich trotz ihrer Brandverletzungen an ein Fenster retten können und riefen von dort laut um Hilfe. Sie wurden über die Drehleiter gerettet und von den Kräften des Balhorner Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) erstversorgt.

Fertig zum Löschangriff: Mit Atemschutz machten sich die Einsatzkräfte auf den Weg ins Gebäude, wo sie nach eingeschlossenen Personen suchen und den Brand löschen mussten.

Für die sich im Haus befindlichen drei weiteren Personen – zwei davon waren Übungspuppen – lief gleichzeitig die aufwändige und intensive Suche durch Einsatzkräfte mit schweren Atemschutzgeräten. Paarweise durchkämmten sie vom Keller bis zum Dachboden alle Räume, in denen man durch die starke Rauchentwicklung die Hand nicht vor den Augen sehen konnte. Sie wurden relativ schnell fündig.

Neben der Menschenrettung stand der Einsatz des technischen Geräts im Mittelpunkt. Mit mehreren C-Rohren wurde das imaginäre Feuer bekämpft sowie die Nachbargebäude vor einem Übergreifen der Flammen geschützt.

In der gemeinsamen Abschlussbesprechung im Balhorner Gerätehaus zog Andreas Kunze eine positive Bilanz der Großübung, an der 50 Feuerwehrleuten beteiligt waren: „Eine schnelle Einsatzbereitschaft vor Ort, ein reibungsloses Hand in Hand, die Bad Emstaler Wehren sind bestens aufgestellt.“

Kunze appellierte an alle Bad Emstaler, in ihren Wohnräumen unbedingt Rauchmelder zu installieren. Sie seien eine preisgünstige Lebensversicherung.

Quelle: HNA

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