Schwerer Verkehrsunfall wurde unter realistischen Bedingungen getestet

Rettung wurde von Frielendorfer Feuerwehr inszeniert

+
Ein anspruchsvolles Szenario: Sommerübung der Frielendorfer Feuerwehren mit Rüstzug auf der Straße zwischen Gebersdorf und Linsingen. 

Frielendorf. Des einen Freud ist des anderen Leid: Die Großbaustelle auf der B 254 bescherte den Frielendorfer Feuerwehren eine unverhoffte Übungsmöglichkeit.

Da zurzeit die Straße zwischen Gebersdorf und Linsingen gesperrt ist, konnten die Brandschützer die Vorgehensweise bei einem schweren Verkehrsunfall unter realistischen Bedingungen trainieren.

„Da die Kreisstraße gesperrt ist, können wir auf der vollen Straßenbreite üben, ohne andere Verkehrsteilnehmer zu behindern. So eine Gelegenheit hat man nicht oft“, erklärte Matthias Haaß, der sich für die Ausarbeitung und Auswertung der Ausbildung verantwortlich zeichnete. Man habe mit der unangekündigten Alarmübung die Zusammenarbeit von Rüstzug und örtlich zuständiger Feuerwehr testen wollen, betonte Haaß.

Übung war streng geheim

Bis zum Schluss konnte die Übung geheim gehalten werden. Selbst Gemeindebrandinspektor Norbert Mühling wurde überrascht. „Inklusive dem Abschleppunternehmer wussten im Grunde nur vier Personen Bescheid“, sagte sein Stellvertreter Michael Bühn verschmitzt grinsend.

Alle Hände voll zu tun: Hier werden die Insassen eines Pkw nach dem Unfall bei der Sommerübung der Feuerwehr befreit.

Um 18.30 Uhr heulten am vergangenen Freitag in Linsingen, Frielendorf und Obergrenzebach die Sirenen. Kurz darauf erreichte das erste Einsatzfahrzeug die Unfallstelle auf der K 103. Hinter einer kleinen Kuppe war laut Übungsdrehbuch ein Pkw frontal mit einem Unimog zusammengestoßen. Nur wenige Augenblicke später - so das anspruchsvolle Szenario - krachte ein direkt hinter dem Unimog fahrendes Auto mit hoher Geschwindigkeit ungebremst in das Heck des Lasters. Bei dem Unfall wurden die drei Pkw-Insassen eingeklemmt, der Lkw-Fahrer erlitt ebenfalls schwere Verletzungen und konnte sich nicht mehr aus seinem Fahrzeug befreien.

Unter der Leitung von Linsingens Wehrführer Markus Becker retteten die Einsatzkräfte die von der Feuerwehr Todenhausen gespielten Verletzten. Dabei kamen neben hydraulischem Rettungsgerät auch Hebekissen, eine Rettungsplattform und die Seilwinde des Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeugs der Ortsgruppe Obergrenzebach zum Einsatz.

Ein fiktives Interview

Als besondere Herausforderung für den Einsatzleiter wurde ein Videointerview mit dem fiktiven „Todenhäuser Abendblatt“ gedreht - das löste Becker mit Bravour. Die Verpflegungsgruppe der Feuerwehr Welcherod versorgte alle mit Kaffee und Wasser.

„Die Zusammenarbeit zwischen den eingesetzten Feuerwehren hat gut geklappt. Die bei jedem Feuerwehreinsatz obligatorische Chaosphase war sehr kurz und die Übung verlief strukturiert“, lobte Übungsleiter Haaß. Frielendorfs Bürgermeister Thorsten Vaupel verfolgte das gesamte Spektakel, lobte bei der Nachbesprechung die eingesetzten Kräfte und sprach sich für eine weitere Intensivierung der Zusammenarbeit aller Frielendorfer Wehren aus.

Quelle: HNA

Mehr zum Thema

Kommentare