Aber vor Kassel und Waldeck-Frankenberg

Rettungsdienste im Schwalm-Eder-Kreis sind nicht schnell genug

Schwalm-Eder-Kreis. Die Rettungsdienste in Hessen sind vielerorts nicht so schnell an der Unfallstelle wie vorgeschrieben. Im Schwalm-Eder-Kreis waren sie in nahezu 88 Prozent der Einsätze innerhalb von zehn Minuten am Unfallort, gesetzlich vorgeschrieben ist aber eine Quote von 90 Prozent.

Damit wurde die Vorgabe wie in 17 weiteren hessischen Landkreisen verfehlt. „Das stimmt, das kann ich bestätigen“, sagte der Erste Kreisbeigeordnete Winfried Becker. Im Jahr 2012 verzeichneten die Rettungsdienste des DRK, des Malteser Hilfsdienstes und der Krankentransporte Heßler demnach eine Quote von 87,6 Prozent. Bei der 15-Minuten-Frist habe man laut Becker jedoch einen Wert von über 99 Prozent erreicht.

Im vergangenen Jahr lag der Wert laut Becker etwa ein Prozent unter dem von 2012. Man habe aus den Zahlen aber mittlerweile Konsequenzen gezogen und im Oktober 2013 in Oberaula eine neue Rettungswache in Betrieb genommen. „Das war vorher ein weißer Fleck“, so Becker. „Ich bin optimistisch, dass die Quote in diesem Jahr erfüllt werden kann.“

Viele Verzögerungen seien auch aufgrund von Baustellen oder Sperrungen - wie beispielsweise derzeit auf der Autobahn 49 - enstanden, die das Vorankommen der Rettungsdienste erschwerten. „Das kann im Einzelfall zum Problem werden“, so Becker.

Der Hessische Rundfunk hatte kürzlich berichtet, dass die Frist in vielen hessischen Landkreisen und kreisfreien Städten im Jahr 2012 verfehlt worden sei.

Demnach blieb der Schwalm-Eder-Kreis mit 87,6 Prozent unter anderem vor Kassel Stadt und Landkreis (80,8), dem Kreis Waldeck-Frankenberg (78,7) und dem Werra-Meißner-Kreis (73).

Sieben Kreise und Städte erfüllten die Frist, an der Spitze lag Darmstadt mit 95,3 Prozent, gefolgt von Offenbach (94,1) und Wiesbaden (94).

Die gesetzlichen Vorschriften

Das hessische Rettungsdienstgesetz schreibt vor, dass Rettungsfahrzeuge in 90 Prozent der Fälle spätestens zehn Minuten nach Alarmierung vor Ort sein müssen - vorausgesetzt, die Unfallstelle liegt an einer Straße. Im Rettungsdienstplan des Landes ist zusätzlich eine 15-minütige Frist für 95 Prozent der Fälle vorgeschrieben. Die so genannte Hilfsfrist umfasst dabei den Zeitraum vom Eingang einer Notfallmeldung in der zentralen Leitstelle bis zum Eintreffen eines geeigneten Rettungsmittels am Notfallort. Im Jahr 2012 erfüllten nur acht Landkreise und Städte die 10-Minuten-Frist. Im Jahr 2011 konnten zehn die Quote erreichen, 2010 waren es nur sieben.

Von Anton Kostudis

Quelle: HNA

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