Auch Neuental braucht finanzielle Hilfe

Rettungsschirm ist letzte Zuflucht

Neuental. Die Gemeinde Neuental sucht ihr Heil unter dem Kommunalen Rettungsschirm. Das empfiehlt der Finanzausschuss dem Parlament, das am Montag im Schlierbacher Bürgerhaus darüber entscheiden.

Ziel des Rettungsschirms ist, mit Hilfe des Landes 2,2 Millionen Euro Schulden abzubauen und bis 2016 einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen. Damit verbunden sind laut Bürgermeister Kai Knöpper Einschnitte im Etat und Gebührenerhöhungen. „Für die Neuentaler wird das Leben zwar teurer, aber die Erhöhungen bleiben doch erträglich.“

Eigentlich müsse die Gemeinde nach den Vorgaben des Rettungsschirms pro Jahr und Einwohner 100 Euro sparen. Damit soll in drei Jahren das Haushaltsdefizit von 760 000 Euro ausgeglichen sein. Jetzt sei die Frist um ein Jahr verlängert worden, sagt Knöpper. Das bedeutet: Jährlich müssen 190 000 Euro eingespart werden. Um das zu erreichen, muss dringend mehr Geld in die Kasse fließen.

Alles wird teurer

Die Möglichkeiten für eine Gemeinde wie Neuental aber seien begrenzt, sagt Knöpper. Nur höhere Steuern und Gebühren könnten Geld in die Gemeindekasse spülen. Auch höhere Zuweisungen aus dem kommunalen Finanzausgleich könnten dabei helfen.

Auf jeden Fall aber müssten die Gebühren an die tatsächlichen Kosten angepasst werden. Beim Abwasser zieht das ab Januar eine Erhöhung von einem Euro pro Kubikmeter nach sich. Doch das ist nur der erste Schritt. Denn noch ist nicht klar, wie es nach der Einführung der gesplitteten Abwassergebühr ab Januar 2014 weiter geht. Knöpper geht von einer weiteren Anhebung um einen Euro aus.

Unangetastet bliebe dagegen der Wasserpreis bei 2 Euro pro Kubikmeter. Doch mittelfristig sei mit 20 Cent mehr zu rechnen, auch deshalb, weil der Wasserverband an der Gebührenschraube drehen werde. Veränderungen gibt es wohl auch im Kindergarten: Für den Vormittagsplatz sollen zehn Euro und für den Ganztagsplatz 20 Euro mehr fällig werden. Der Platz für Kinder unter drei Jahren soll künftig 100 Euro monatlich kosten. Unter dem Strich kämen so 12 000 Euro mehr in die Kasse. Auf der Einnahmeseite stehen 25 000 Euro vom Land für den Zusammenschluss der Römersberger und Bischhäuser Wehren. Es sei mit Mehreinnahmen von 50 000 Euro aus dem Kommunalen Finanzausgleich zu rechnen. Der Rettungsschirm wirke sich auf die Zinsbelastung aus: Knöpper rechnet mit einer Verringerung um 25 000 Euro. (ras)

Quelle: HNA

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