Rettungsübung unter gleißender Sonne

Bei der Übung: von links Andreas Ludwig, Mike Lewandowski, Oliver Witzel, Sebastian Fischer, Karl Fischer und Hannes Stingel auf der Rettungsliege.

Mosheim. Das war das Übungsszenario beim Jubiläumsfest der Jugendfeuerwehr Mosheim: Ein Auto brennt nach einem Unfall, der Fahrer ist eingeklemmt, die Feuerwehr löscht den Brand und befreit den Fahrer. Rund 120 Besucher verfolgten die Übung, feierten mit der Jugendfeuerwehr deren 50-jähriges Bestehen und kamen zum Tag der offenen Tür ins Mosheimer Gerätehaus.

Es gab zu essen und zu trinken, eine Hüpfburg, ein Minikarussell und Wasserspiele. Besonders gut aber kam in der Hitze eine Wasserwand an, die im Ernstfall Gebäude vor Funkenflug schützt. Die Kinder wussten sie anders zu nutzen und erfrischten sich beim Sprung durch das kühle Nass.

Das Jubiläumsfest der Jugendfeuerwehr sollte auch dazu dienen, Kinder und Jugendliche für die Feuerwehrarbeit zu gewinnen, erklärte der Vorsitzende Fritz Botte. In diesem Jahr zählt die Jugendfeuerwehr vier Aktive und einige Interessierte unter zehn Jahren. Vor 50 Jahren wurde sie als eine der ersten Jugendfeuerwehren mit neun Jugendlichen gegründet und zählte in den meisten Jahren rund 16 Mitglieder.

Legendäres Camp

Über die Geschichte der Jugendfeuerwehr informierte eine Ausstellung. Der ehemalige Jugendwart Manfred Marx erinnerte an ein Zeltlager 1985 in Nausis, das aufgrund von Regen unter besonderen Bedingungen stattfand: Wegen des vielen Schlamms habe man Brauereitische mit eingeklappten Beinen als Unterlage für die Schlafsäcke benutzt. Um das Wasser von den Zelten abzuleiten, gruben die Jugendlichen Löcher vor die Zelte, die aber leider nach kurzer Zeit mit Schlamm gefüllt waren. „Wir haben unbeirrt gezeltet“, schmunzelte Marx. Seitdem gehe bei der Mosheimer Wehr das Sprichwort um: „Nausis geprüft“.

Weniger schön sei, dass so viele von den Jugendlichen nicht den Sprung in die Einsatzabteilung geschafft hätten, meinte Marx rückblickend. Das liege vermutlich an anderen Hobbys und Veränderungen der Arbeitsbedingungen.

Andere Hobbys, dazu Computer und Handy als Zeitschlucker seien auch der Grund für sinkendes Interesse an der Jugendfeuerwehr, erklärte Harald Otto, der die Jugendabteilung in den 70er-Jahren leitete. Früher habe es nur Fußball- und Feuerwehrverein gegeben, heute sei das Angebot viel größer, deshalb hätten viele Vereine mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen.

Hilfe bei Blutspendeterminen

Sabine Mosebach, deren Kinder bei der Ostheimer Jugendfeuerwehr mitmachen, schätzt den frühen Kontakt der Kinder mit der Feuerwehr, weil sie sowohl die Gefahren als auch das Helfen kennen lernen. Außerdem werde die Gemeinschaft gefördert, und die Kinder hätten Spaß an den vielen Aktivitäten wie Besuche im Schwimmbad und Hilfe bei den Blutspendeterminen, sagte sie.

Quelle: HNA

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