KV Hessen zu Personalsituation und Bedarfsplanung bei Ärzten

Richtlinien veraltet und reformbedürftig

Kreis Kassel Ein Mangel an Hausärzten liegt im Landkreis Kassel statistisch betrachtet derzeit nicht vor. In den nächsten Jahren könnte es aber ein deutliches Nachwuchsproblem geben. Das ist das Fazit einer aktuellen Analyse der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Hessen.

In Städten und Gemeinden des Landkreises liegt der durchschnittliche Versorgungsgrad mit Ärzten demnach bei rund 109 Prozent. Von einer Unterversorgung wird bei Werten unter 75 Prozent gesprochen, ab 110 Prozent läge sogar eine Überversorgung vor. Die Zahlen orientieren sich an der Bedarfsplanung des gemeinsamen Bundesausschusses. Prognosen zeigen aber, dass im Landkreis viele Ärzte in wenigen Jahren in den Ruhestand gehen werden. Rund 60 Prozent der Hausärzte sind älter als 50 Jahre, beinahe ein Drittel davon sind 60 Jahre alt oder älter.

Bei den Praxen rechnet die KV daher mit einem „enormen Wiederbesetzungsbedarf“ in den nächsten Jahren. Wird ein Rentenalter von 65 Jahren angenommen, müssen bis zum Jahr 2025 im Landkreis 104 Stellen neu besetzt werden. Der KV Hessen zufolge ist es aber jetzt schon gerade im ländlichen Raum schwierig, Nachfolger für hausärztliche Praxen zu finden. Die KV will nun die Bedarfsplanung für Ärzte überarbeiten, die geltenden Richtlinien seien „veraltet und dringend reformbedürftig“. Cornelia Kur, Sprecherin der KV Hessen, nennt einen der Kritikpunkte. „Die Planungsgebiete, für die der Bedarf an Ärzten ermittelt wird, sind zu groß“, sagt sie. Dadurch könne es Versorgungslücken in offiziell gut versorgten Gebieten geben, wenn Praxen dort ungleich verteilt sind. Auch im Landkreis Kassel gibt es Unterschiede: In Naumburg, Espenau, Lohfelden, Niestetal und Helsa muss ein Arzt besonders viele Einwohner versorgen, in Bad Emstal, Schauenburg und Ahnatal besonders wenige. Hintergrund/Zum Tage/Seite 2

Von Irene Habich

Quelle: HNA

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