Riesenlebensbäume werden seit über 150 Jahren vermehrt angebaut

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Lebensbaum: Ein Hauch von Ananasduft umspielt Nadeln und Zapfen.

Wolfhager Land. Der Riesenlebensbaum, ursprünglich nur in Nordamerika von Südalaska bis Nordkalifornien verbreitet, wird seit über 150 Jahren vermehrt in Europa angebaut.

Der immergrüne Nadelbaum mit der schlanken, kegelförmigen Krone und der dunkelbraun-rötlichen, längs gefurchten Rinde erreicht bei uns Wuchshöhen von 30 Metern. Das sind gerade mal die Hälfte der in Nordamerika durchaus üblichen Höhen. Seine wie ziseliert wirkenden Blätter sind gerade mal zwei bis drei Millimeter lang und in vier Längszeilen angeordnet. Oberseits sind sie glänzend dunkelgrün, unterseits graugrün. Die weiblichen Zapfen mit den abgespreizten Schuppen werden nur zwei Zentimeter lang.

In Deutschland wird der Lebensbaum bevorzugt als Ziergehölz in Parks, auf Friedhöfen und als blickdichte Hecke in Gärten angepflanzt. Vor rund 60 Jahren im Reinhardswald und Kaufunger Wald gestartete Versuche, den Riesenlebensbaum bestandsweise anzubauen, scheiterten weitgehend an der mangelnden Sturmfestigkeit.

Das Holz des Riesenlebensbaumes ist leicht und dauerhaft und zeichnet sich durch einen rötlichen Kern aus. In Amerika wird der Baum deshalb Rotzeder genannt. Während die dortigen Ureinwohner, die Indianer, das Holz zum Bau von Kanus oder zum Schnitzen von Totempfählen nutzten, wird es in Deutschland als Klangholz für Gitarren, Dachschindeln und als Außenschalung für Biohäuser verwendet. Die Säure des Holzes lässt allerdings Eisennägel korrodieren. Um zu verhindern, dass die Häuserfronten schwarzstreifig wie ein verlaufenes „Make-up“ ausschauen, benutzt man verzinkte oder kupferne Nägel.

Naturheilkundler behandeln mit einem Brei aus den leicht giftigen Nadeln des Baumes Warzen.

Quelle: HNA

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