Neues Angebot in Gudensberg: Jugendliche boxen und arbeiten mit Özcan Cetinkaya

In den Ring mit dem Profi

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Sie wollen Aggressivität vorbeugen und ein attraktives Angebot für junge Leute machen: Stadtjugendpflege, Sportverein und Stadt veranstalten das Box-Camp Gudensberg mit dem Boxer Özcan Cetinkaya (rechts). Auf dem Bild von links Jugendpfleger Martin Storm, Inge Oppitz (TSV Eintracht), Bürgermeister Frank Börner und Heinrich Pohlmann (TSV Eintracht). Foto: ula

Gudensberg. Statt ihr Mütchen zu kühlen mit sinnloser Zerstörung und aggressivem Verhalten, können Jugendliche in Gudensberg künftig überschüssige Energie beim Boxtraining loswerden. Anreiz für das neue Box-Camp soll auch der Leiter sein: Es ist der Profi-Boxer Özcan Cetinkaya, Sparringspartner von Vladimir Klitschko und vielleicht bald auch deutscher Schwergewichtsmeister.

„Das Box-Camp soll Teil unserer Präventionsarbeit werden“, sagte Bürgermeister Frank Börner, der das Projekt zusammen mit Inge Oppitz und Heinrich Pohlmann vom TSV Eintracht Gudensberg und Stadtjugendpfleger Martin Storm vorstellte. Unterstützt wird die Initiative mit 15 000 Euro vom Bundesprogramm „Toleranz fördern, Kompetenz stärken“, die Kosten liegen bei rund 22 000 Euro.

Mit dem 36-jährigen Özcan Cetinkaya, der in der Türkei geboren wurde, aber seit 33 Jahren in Gudensberg lebt, hofft man, ein attraktives Zugpferd für die 14- bis 22-jährigen Jugendlichen und jungen Männer gefunden zu haben.

Vandalismus-Problem

Die Idee für ein solches Box-Projekt sei letztlich von der Polizei gekommen, berichtete Börner. Denn vor einigen Jahren gab es in der Innenstadt Gudensbergs ein Vandalismus-Problem: Immer wieder wurden mutwillig Dinge zerstört und beschädigt. „Es hat 15 000 Euro im Jahr gekostet, die Schäden zu beseitigen“, betont Börner. Besser sei es geworden, als die Stadt einen privaten Sicherheitsdienst installiert habe.

Allerdings will man jetzt mit dem Box-Camp vorbeugen und die Vandalismus-Probleme auf diese Weise angehen. Es sei besser, Geld für solche Projekte auszugeben als für einen Sicherheitsdienst, betonte der Bürgermeister.

Gemeinsam mit Sportverein und Stadtjugendpflege startet das Camp in der kommenden Woche. Die Organisation hat der TSV Eintracht übernommen, die Teilnehmer sollen auch Vereinsmitglieder werden. Das ist das Ziel.

Vielleicht, so Heinrich Pohlmann vom Vereinsvorstand, könne man irgendwann eine neue Sparte Boxen im Verein ins Leben rufen. Eine Box-Geschichte gebe es in Gudensberg durchaus.

Die pädagogische Betreuung wird die Stadtjugendpflege übernehmen, es ist immer jemand beim Training dabei. „Das Boxtraining soll ja dabei helfen zu lernen, wie wichtig Teamarbeit ist und wie man Konflikte auch bewältigen kann“, sagte Martin Storm.

Das Angebot soll auch auf Mädchen ausgedehnt werden, man suche bereits nach einer Trainerin, sagte er. Das sei dann der 2. Schritt.

Das erste Treffen der Jugendlichen, die beim Box-Camp mitmachen wollen, findet am Montag, 2. Juni, ab 17 Uhr im früheren Kaufhaus Trossbach statt. Dort wird man gemeinsam zunächst den Raum auf Vordermann bringen. Erst dann wird zweimal in der Woche trainiert, jeweils zweieinhalb Stunden.

Von Ulrike Lange-Michael

Quelle: HNA

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