Nachwuchs im Glockenborn wurde gekennzeichnet – Daten über Vogelzug sollen gesammelt werden

Ringe für die jungen Störche

Groß und kräftig: Die Eltern der jungen Störche im Wolfhager Glockenborn haben einiges zu tun, um die Jungstörche satt zu bekommen. Fotos: Hans Werner Hebeler

Wolfhagen. Wo auch immer sich die ersten beiden Wolfhager Störche künftig in der Welt herumtreiben werden, kann man sie identifizieren. Die Jungtiere vom Glockenborn haben Ringe erhalten. „Die Nummern sind bei der Vogelschutzwarte registriert und liefern uns europaweit wichtige Daten“, erklärt Stephan Schmidt, der für die Stadt Wolfhagen das Naturschutzgebiet betreut. Gemeinsam mit einem sogenannten Beringer holte Schmidt die Jungtiere kurzzeitig aus dem Horst. Dies erfolge zügig, um die Störung so gering wie möglich zu halten. Die Störche hätten sich bei der Aktion tot gestellt. Das ist ein angeborener Todstell-Reflex, der Jungstörche zum Beispiel vor überfliegenden Greifvögeln schützt. „Die Eltern haben die Aktion beobachtet“, erzählt Schmidt. Kurz nachdem die Kleinen wieder im Nest waren, bekamen sie Futter. Den Geruch nach Menschen können die Storcheneltern nicht wahrnehmen.

Die Störche erhielten laserbeschichtete Kunststoffringe mit einem Buchstaben-Ziffern-Code, der mit einem Teleskop bis auf etwa 200 Meter Entfernung abgelesen werden kann.

Ende Juli flügge

Das Beringen haben die Jungstörche vermutlich längst vergessen. Immer öfter stehen sie am Nestrand und trainieren mit wildem Flügelschlag für den Tag, an dem sie das erste Mal den Horst verlassen werden. Stephan Schmidt rechnet Ende Juli mit den ersten Flugversuchen. Ob die Jungtiere dann ihren Geburtsort sofort verlassen oder sich noch einige Zeit im Glockenborn aufhalten, könne man derzeit noch nicht sagen.

Von Bea Ricken

Quelle: HNA

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