Behinderten- und Jugendarbeit leidet unter Verzögerung des Baus in Rengshausen

Ringen um die Reithalle

Üben auf der Wiese, statt in der Reithalle: Lena Fehmar und Silke Stoklasa mit Pferd Sommerklang auf dem ehemaligen Sportplatz, auf dem die Reithalle entstehen soll. Foto: Yüce

Rengshausen. Eigentlich wollte der Reit- und Fahrverein Beiserhaus Rengshausen in den nächsten Wochen seine neue Reithalle einweihen. Einen Platz dafür hat man sich bereits 2005 ausgewählt, die Baugenehmigung liegt vor, Geld von Kreis und Landessportbund gab es zudem dafür. Doch:

Nun wurde den Pferdefreunden erstmal ein dicker Strich durch die Rechnung gemacht. Aus der Einweihung wird erstmal nichts. Die Bauarbeiten auf dem einstigen Sportplatz der Stiftung Beiserhaus haben noch nicht mal begonnen.

„Weil eine Anliegerin gegen unser Bauvorhaben Widerspruch eingereicht hat“, erklärt Werner Knierim. Dabei ist dem langjährigen Vorsitzenden die Enttäuschung anzusehen. Besonders schade sei das, weil die Verzögerung zu Lasten von Kindern und behinderten Menschen gehe, die unter anderem das therapeutische Reiten nutzen.

Kein elitärer Verein

Der Reitverein sei kein elitärer Verein, sondern für alle Menschen da, betont Knierim. „Wegen des vielfältigen Angebots im Bereich der Jugendarbeit und mehr stößt die Kapazität der Reithalle der Stiftung Beiserhaus an ihre Grenzen“, erklärt Knierim, warum der Bau notwendig ist.

Er kann nicht nachvollziehen, warum sich erst jetzt, nachdem die Baugenehmigung vorliegt, der Widerstand regt. „Unsere Pläne waren lange bekannt. Wir hätten doch über alles reden können“, sagt Knierim und zuckt ratlos mit den Schultern. Doch glaubt er fest daran, dass der Reitverein seine Halle bauen wird.

„Wir hätten doch über alles reden können.“

„Landkreis, Regierungspräsidium, das Land, der Sportbund und die Gemeinde haben unsere Pläne geprüft und ihre Zustimmung erteilt. Wir haben uns an alle rechtlichen Vorgaben gehalten. Es ist hoffentlich nur eine Frage der Zeit, bis wir anfangen können“, sagt er.

Kein unzumutbarer Lärm

Es werde durch die Halle keine unzumutbare Verkehrs- und Lärmbelästigung geben. Es seien weder Pferdestallungen noch eine Gastronomie dort geplant und es gebe auch keine schädlichen Umwelteinwirkungen, sagt Knierim. Das alles werde von der Anliegerin befürchtet.

„Wir haben das Bauvorhaben geprüft und es für zulässig erklärt“, sagt Michael Schneider von der Rechtsabteilung des Kreises. „Es ist eben so im Leben, es kann zu Verzögerungen kommen“, sagt er. Wie es nun weitergehe, müsse das Gericht entscheiden. Das könne noch ein paar Wochen dauern.

„Es ist doch nur eine Reit- und Bewegungshalle, in der maximal sechs Pferde gleichzeitig bewegt werden können“, sagt Knierim. Zudem liege das Grundstück in einem Mischgebiet. Der Landkreis habe den Bau der Halle besonders befürwortet. „Weil wir eine wichtige Arbeit leisten“, sagt Knierim. Er hofft, dass man sich annähern kann. Erste Versuche einen Kontakt mit den Nachbarn aufzunehmen, seien fehlgeschlagen. „Es gab keine Reaktion. Wir sind zu einem guten Verhältnis bereit und können uns nicht vorstellen, dass jemand etwas gegen Behinderten- und Jugendarbeit hat“, sagt Knierim.

Die Stimmung bei den 172 Mitgliedern des Reitvereins sei derzeit sehr gedrückt.

Auf eine Anfrage unserer Redaktion hat sich die Anliegerin bis zum Redaktionsschluss nicht geäußert.

Quelle: HNA

Kommentare