Gemeinde will Grundstück kaufen: Rittergut gut für Senioren

Neue Pläne für altes Rittergut: Lothar Kothe , Bürgermeister Herbert Vaupel und Karl-Heinz Reichmann schauten sich die Skizze an (oben), während zahlreiche Malsfelder die Gelegenheit nutzten, sich Grundstück und Gebäude vor der Informationsveranstaltung anzuschauen. Fotos:  Müller-Neumann

Malsfeld. Das riesige Anwesen mit Villa und Nebengebäuden, das die Malsfelder Rittergut nennen, steht seit Jahren leer. Nun soll es nach den Vorstellungen der Gemeinde Malsfeld wieder mit Leben erfüllt werden: mit einem Ärztehaus, Seniorenwohnungen und Reihenhäusern für junge Familien – mitten im Dorf.

Am Mittwochabend wurde in einer Informationsveranstaltung der Entwurf vorgestellt, nächste Woche entscheidet das Parlament darüber.

Wo einst Sprudel abgefüllt wurde und später die Firma Linss ihren Sitz hatte, herrscht seit zehn Jahren gähnende Leere. Das Areal ist wie auch die unbewohnte Jugendstilvilla in Privatbesitz. Während die 1899 erbaute herrschaftliche Villa derzeit nicht zum Verkauf steht, möchte die Eigentümerin ein 7400 Quadratmeter großes Grundstück samt Nebengebäuden verkaufen.

Obwohl eine ehemalige Druckerei und die alten Stallungen zum denkmalgeschützten Ensemble gehören,. hat die Denkmalpflege ihre Zustimmung zum Abriss signalisiert, sagte Bürgermeister Herbert Vaupel. Eine Sanierung sei unwirtschaftlich. Abgerissen werden sollen auch die Lagerhallen aus den 50er- und 60er-Jahren. Dann wäre das Grundstück frei für eine neue Bebauung.

Und die soll so aussehen:

• Ärztehaus: Es soll Platz bieten für zwei Praxen, einen Aufzug haben, das Dachgeschoss soll ausbaufähig sein, zum Beispiel für Krankengymnastik. Zahnärztin Sandra Fischer und der Allgemeinmediziner Dr. Volker Iber könnten dort einziehen.

• Betreutes Wohnen: 15 seniorengerechte Wohnungen, von 60 Quadratmeter an aufwärts, sollen in einem separaten Haus entstehen: mit Aufzug bis in den Keller, bodengleichen Duschen, breiten Türen und Balkonen, erklärte Dipl. Ing. Peter Hrycak. Das Fritzlarer Büro bietet sich als Planer und Bauträger zugleich an.

Die Diakoniestation Fulda-Eder würde nicht nur mit einem Stützpunkt ins Haus einziehen, sondern sich auch per Vertrag um die Senioren des Betreuten Wohnens kümmern. Während die Grundleistungen für die Bewohner zwingend zu zahlen sind, sind ihnen die Wahlleistungen frei gestellt, machte Geschäftsleiter Stefan Ochs deutlich.

Laut Hrycak sollen die Wohnungen verkauft werden, die Eigentümer können sie aber auch vermieten, beispielsweise, wenn sie erst später selbst einziehen möchten. Die Preise würden sich von 125 000 Euro an aufwärts bewegen.

Zusätzlich gibt es einen Gemeinschaftsraum: als Treffpunkt für die Bewohner, aber auch um dort Familienfeiern abzuhalten.

• Reihenhäuser: Mehrere Reihenhäuser sollen für junge Familien gebaut werden. Der Zugang erfolgt von der Brauereistraße, die kleinen Gärten öffnen sich nach Süden und münden in die neue öffentliche Parkanlage. Artikel rechts

Quelle: HNA

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