Rock-Seminar in der ehemaligen Jugendherberge Mosenberg

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Musikalische Gruppe: (Vorn, von links) Annika Reitz, Lisa Schmale, Luise Brassel, Odilie Kennerknecht (Pädagogin),(hinten) Bärbel Spohr vom Jugendbildungswerk), Musikerin Carolin Werner, Henrike Berneburg, Anika Steinke (Studentin), Lucy Fahrenstück und Jule Rieder lernen Rockmusik.

Schwalm-Eder. "Es geht um Musik und es sind keine Jungs da", bringt Jule Rieder das Mädchen-Rock-Seminar "Rock me babe" auf den Punkt und lacht. Gelacht wird sowieso viel in der Gruppe, die ausschließlich aus Mädchen besteht.

Sieben Jugendliche zwischen zwölf und 17 Jahren aus dem Schwalm-Eder-Kreis nehmen an dem viertägigen Seminar teil, das seit den 1990er Jahren vom Jugendbildungswerk des Kreises veranstaltet wird.

Der Spaß steht im Vordergrund der musikalischen Ferienveranstaltung, erklärte Bärbel Spohr vom Jugendbildungswerk. Besonders in der Pubertät, in der das Verhältnis zwischen den Geschlechtern spannend sei, tue es den Jugendlichen gut, sich mal nur mit ihresgleichen zu befassen. Mit dem Rockseminar nur für Mädchen biete man den Jugendlichen einen geschützten Raum, in dem sie Musikinstrumente ausprobieren und sich entspannen könnten unter dem Motto "Hier brauche ich nicht zu posen". Das Seminar wende sich ausdrücklich ab von dem Starkult der Castingshows im Fernsehen. Vier Tage lang wohnen die Mädchen mit dem Team aus Pädagoginnen und Musikerin in der Jugendherberge in Falkenberg.

Es wird gemeinsam gekocht, gegessen, musiziert, gebastelt und gespielt. Ziel des Seminars ist es, die Mädchen in die Lage zu versetzen, sich als Rockmusikerin zu versuchen und besonders Instrumente bedienen zu lernen, die klassischerweise in einer Band eher männlich besetzt sind. "Frau am Schlagzeug und der Mann singt das gibt es in der Regel nicht", meinte Spohr. Vorkenntnisse seien nicht erforderlich.

Mit Musikerin Carolin Werner aus Kassel üben die Teilnehmerinnen Lieder wie "Applaus, Applaus" von den Sportfreunden Stiller und "Lady in black" von Uriah Heep. Werner vereinfacht die Stücke, so dass auch Anfänger schnell Freude am Spiel haben. "Die Hauptsache ist, dass man zusammen spielt und nicht nur da sitzt und die Finger sortiert", erklärte die Musikerin, die selbst als Jugendliche ihre Leidenschaft für Musik bei dem Rock-Seminar entdeckt hatte. Die Mädchen seien sehr motiviert und verfügten teilweise über gute Vorkenntnisse. Manche spielen zu Hause andere Instrumente wie Gitarre und Trompete, aber am Schlagzeug in einer Band haben sie alle noch nicht gesessen, auch eine E-Gitarre probieren sie zum ersten Mal aus. Nach zwei Tagen spielt die Mädchenband schon überzeugend die ersten Lieder.

Am Freitag um 15.30 Uhr zeigen die Nachwuchs-Musikerinnen Verwandten und Interessierten mit einem Rock-Konzert in der ehemaligen Jugendherberge Mosenberg, was sie im Seminar gelernt haben.

Quelle: HNA

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