Turmbau per Helikopter

Rödeser Berg: Windmessmast wächst mit Helikopter-Hilfe auf 200 Meter

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Spektakulär: Präzise steuert der Pilot seinen Helikopter an den Messmast heran, wo die Arbeiter die Bauteile in mehr als 100 Meter Höhe annehmen und an der Maststruktur befestigen.

Wolfhagen. Der Windmessmast auf dem Rödeser Berg wird einer der größten in Deutschland sein. Vergangene Woche wurde per Kran die 100-Meter-Grenze geknackt, nun kommt ein Helikopter zum Einsatz.

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Zweieinhalb Stunden knattert der HB-ZKD schon durch die Luft. Der Helikopter dreht eine Runde nach der anderen, während das durch die Rotoren aufgewirbelte Herbstlaub Projektleiter Doron Callies um den Kopf weht. Der IWES-Mitarbeiter freut sich. Schon um 20 Meter ist der stählerne Turm im Wald zwischen Nothfelden und Niederelsungen am Rödeser Berg gewachsen. „Bis Ende der Woche wollen wir fertig sein, sollte das Wetter mitspielen.“ Callies kann es kaum abwarten, im Idealfall erreichen ihn noch in diesem Jahr erste wertvolle Messdaten aus bis zu 200 Metern Höhe.

Darum geht es beim Projekt „Windenergienutzung im Binnenland“, welches das Fraunhofer Institut IWES Kassel seit rund zwei Jahren hier verfolgt. „Wir wollen neue Methoden unter Berücksichtigung aktueller Laser-Techniken für Windmessungen zur Ressourcenbestimmung in großen Höhen testen“, erklärt Callies.

Video: Per Helikopter zur Messmast-Spitze

Der Mast im Wolfhager Land werde einer der größten in Deutschland sein, vergangene Woche sei per Kran schon die 100-Meter-Grenze geknackt worden.

Für die nächsten 100 geben seit Mittwoch rund zehn Profis aus Deutschland, Schweden und Tschechien alles. Anstelle des Krans tritt ein Helikopter. Der fliegt die jeweils zwei Meter hohen Stahlsegmente rauf zu den vier Arbeitern, die seit Stunden gut gesichert in luftiger Höhe im Mast hängen. Bei eisigen Temperaturen nehmen sie die roten und weißen Teile an und befestigen sie an der vorhandenen Maststruktur.

Während die Männer schrauben, ist der Hubschrauber schon wieder unterwegs zur Basis, wo die nächsten Segmente für die Abholung vorbereitet sind. Im Minutentakt dreht er seine Runden, denn auch die Abspannseile wollen transportiert werden.

Fotostrecke: Windmessmast wächst mit Helikopter-Hilfe

Windmessmast wächst mit Helikopter-Hilfe

Der Pilot weiß genau, was er macht. Hier ist Präzisionsarbeit gefragt. Alle 20 Meter befestigen die Profis die herangeflogenen Stahlseile am Mast, die später an den Fundamenten am Boden eingespannt werden. Ziel ist, die spätere Stabilität des Mastes zu gewährleisten. Wenn der sicher steht, füllen ihn Experten im nächsten Schritt mit seinem sensiblen Innenleben. Das soll schon in den nächsten Tagen geschehen. Sind die Sensoren erstmal verkabelt, könnten erste Daten zu Windprofil, Windscherung und maximaler Windgeschwindigkeit noch im Dezember vorliegen. „Ein großer Moment“, sagt Callies, der auch Erkenntnisse für die Abschätzung der an solchen Standorten auftretenden Belastungen für Windenergieanlagen erwartet. „Das ist auch wichtig für die Stadtwerke Wolfhagen, die die Daten für ihre am Rödeser Berg geplante Windkraftanlage nutzen wollen.“

Auf Basis dieser Messdaten könnte eine optimierte Auslegung von Rotoren und Tragstrukturen die Wirtschaftlichkeit der Windenergienutzung verbessern. Bis es aber soweit ist, wir der HB-ZKD noch einige Runden drehen müssen.

Von Sascha Hoffmann

Quelle: HNA

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