Romantisches fürs Herz: Konzert mit Christian Fraatz und Franziska König

Spielten in der Melsunger Stadtkirche: Christian Fraatz und Franziska König. Foto: Dürr

Melsungen. Musik, die das Herz erwärmt, gab es am Sonntag in der Stadtkirche Melsungen. Dort spielten Bezirkskantor Christian Fraatz Cembalo und Orgel und Franziska König Violine. Auf dem Programm stand Musik aus Barock und Romantik.

König ist eine Musikerin, die nicht nur für die Ohren, sondern auch für die Augen ein Genuss ist. Innig scheint sie mit ihrem Instrument verbunden, kann in allen Lagen mit makelloser Technik einen wunderbar vollen, schönen und schmeichelnden Ton erzeugen. Dabei wirkt alles selbstverständlich und leicht. Sie haucht der alten Musik von Georg Friedrich Händel und Johann Sebastian Bach pulsierend Gefühl und Leben ein: mitreißend schnell kamen die Sätze in Allegro, innig mit erzählender Kraft die langsamen Sätze.

Der Fuga aus Bachs Sonate Nr. 2 a-Moll für Viloline solo mochte man endlos zuhören: so spannend spielte König durchsichtig bis zu dreistimmig das technisch äußerst anspruchsvolle Werk. Zweistimmig erklang auf der Violine durch Echowirkungen der letzte Satz, ein Allegro.

Auch mit der Sonate Nr. 1 op. 27 von Eugène Ysaye stellte sich König als Solistin vor: In der Satzführung barock, in der Tonsprache spätromantisch, passte die Musik zu Bach und Händel. Chromatische Doppelgriff-Läufe, Triller, alles erklang dicht, erzählerisch und voller Esprit.

Christian Fraatz stand der Geigerin souverän begleitend oder mitmusizierend zur Seite. Dabei konnte man ein Stück Musik-Entwicklung hören: ist bei Händel das Cembalo noch für den Basso Continuo zuständig, gibt es bei Bach bereits viele Zwiesprachen.

Die am Schluss gespielten zwei Stücke von Joseph Gabriel Rheinberger für Orgel und Violine sind hoch romatisch.

Die durch das Musizieren entstandene Spannung übertrug sich auf die Zuhörer: nach jedem Stück war es atemlos still – bis dann brausend der Applaus folgte.

Von Agnes Dürr

Quelle: HNA

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