Berliner Komiker Kurt Krömer bringt Kulturzelt zum Rasen

Vorsicht Krömer! Auch Zuschauerin Beate aus Niedenstein wurde von dem Berliner Komiker auf die Bühne geholt. Foto: Norbert Müller

Wolfhagen. Der mutigste Mann des Abends hieß Dirk und kam eine Viertelstunde zu spät zu seinem Platz in der ersten Reihe im Wolfhager Kulturzelt. So etwas sollte man tunlichst vermeiden bei einem Auftritt von Kurt Krömer.

Der Berliner Komiker stellte den Gast schroff zur Rede, fragte, ob seine Begleitung seine Frau oder Tochter sei oder ob die beiden auf Geschäftsreise seien. Dann nahm er sich die Weizenbiergläser des Zuschauers, leckte den Rand ab, trank einen Schluck und spuckte hinein.

Kurt Krömer ist nicht nur der lustigste deutsche Komiker, sondern auch ein Rätsel. Denn über die Zuschauerbeschimpfung lachten nicht nur die 870 begeisterten Gäste im ausverkauften Kulturzelt, die froh waren, nicht vorgeführt worden zu sein, sondern auch Dirk.

Der konnte von Glück reden, dass er nicht Journalist ist. Auf Presseleute ist Krömer nicht gut zu sprechen, weil sie in Interviews fragen, wo sein Konzept sei. Der 37-Jährige sagt dann stets, er habe es noch nicht gefunden und werde es demnächst faxen.

Komiker Kurt Krömer im Wolfhager Kulturzelt

Der rote Faden in Krömers zweistündiger Show „Der nackte Wahnsinn“ ist in der Tat, dass es keinen roten Faden gibt. Manchmal sieht es so aus, als würde sich Krömer auf die Bühne stellen und schauen, was passiert. 

Mit neuer Frisur sieht der gelernte Herrenausstatter nun nicht mehr so schräg aus. Sein Humor ist aber der gleiche. Da werden hässliche Mitarbeiter beschimpft („Hat Ihnen schon mal jemand gesagt, dass Sie mit Ihrem Gesicht Dresden 1945 sehr nahe kommen?“). Da werden politisch unkorrekte Witze gemacht („Negerküsse stehen auf der schwarzen Liste ganz oben“). Und angesichts seines Pennäler-Humors können sich selbst die Intellektuellen vor Lachen kaum halten, als er sich die Nase mit dem Bühnenvorhang putzt und später sagt: „Früher hätte ich euch den ganzen Vorhang vollgewichst.“

Gegen Ende verrät Krömer gar, was er einem Journalisten auf die bescheuerte Frage antwortete, wie sein erstes Mal gewesen sei: „Sie war zärtlich, sie war groß und leidenschaftlich – heute ist sie übrigens Bürgermeisterin von Berlin.“ Wenn das so weiter geht, könnte Krömer bald Klaus Wowereit im Rathaus beerben.

Von Matthias Lohr

Quelle: HNA

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