Landwirt-Paar Römer setzt auf Biogas, Hähnchenmast und Erdbeeren

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Noch in der Bauphase: Derzeit werden am künftigen Hähnchenmaststall die Sockel gegossen. Sohn Justus hat schon mal auf den Betonelementen Platz genommen, daneben Anika und Axel Römer.

Altenstädt. Hundedame Paula bellt und wedelt aufgeregt mit dem Schwanz, auch der eineinhalbjährige Justus kreischt freudig zur Begrüßung: Auf dem Hof von Anika und Axel Römer herrscht die pure Idylle am Ortsrand von Altenstädt. Doch dahinter verbirgt sich ein echtes „Power-Paar“ mit gleich drei Großprojekten.

Bereits seit August 2011 läuft die Biogasanlage der Römers in Kooperation mit dem Kollegen Lars Homburg, derzeit entsteht unweit des Areals mit den markanten grünen Kuppeldächern eine Hähnchenmastanlage. Sie soll im August ihren Betrieb aufnehmen, bis zu 40.000 Jungtiere werden dann in der 95 mal 20 Meter großen Halle untergebracht werden, ehe sie zur Schlachtung nach Gudensberg transportiert werden.

Während andernorts ein derartiges Vorhaben schon oftmals zu Protesten innerhalb der Bevölkerung geführt hat, ist von Widerstand rund um Altenstädt nichts zu spüren. Das liegt vielleicht auch daran, dass Axel und Anika Römer auf die Ortsbeiräte der angrenzenden Dörfer zugegangen und sehr offen mit ihrem Vorhaben umgegangen sind.

Moderne Technik

Beim Hähnchenmaststall setzt das Ehepaar auf modernste Technik, um den Tieren den Aufenthalt von etwa 43 Tagen bis zur Schlachtung möglichst angenehm zu gestalten. Dazu beitragen soll die um fünf Meter größere Halle als vorgeschrieben sowie ein neuartiges System mit so genannten Deckenstrahlplatten, die für die Hühner ein angenehmes Klima schaffen sollen, sagt Anika Römer. Die Energie für die Mastanlage liefert passenderweise die Biogasanlage in Sichtweite der großen Halle.

Die 30-jährige Mutter trägt bei der Hähnchenmastanlage die Hauptverantwortung, mit der sich die Eheleute ein „zweites Standbein“ schaffen wollen. Dazu reist die studierte Landschaftsplanerin auch momentan durch andere Hähnchenmastbetriebe, um sich zu informieren.

Über eine Million Euro haben die Römers in ihr Konzept gesteckt, doch ganz ohne die Unterstützung von Eltern und Verwandten wäre vieles nicht möglich, sagt Axel Römer.

30.000 Erdbeer-Setzlinge

Besonders sein Vater, der den Betrieb vorher führte, ist noch aktiv und auch Teil der Römer-GbR. Er und viele Freunde halfen auch beim jüngsten Projekt: Vor zwei Wochen wurden 30.000 Erdbeer-Setzlinge auf einem Dreiviertel-Hektar großen Acker-Stück gepflanzt.

 Damit wollen die engagierten Unternehmer ab nächstem Jahr die umliegenden Ortschaften mit den roten Früchten versorgen, denn in dieser Saison wird es wohl nur für den Eigenbedarf reichen.

Damit betritt das Paar absolutes Neuland, hofft aber auf ebenso positive Resonanz wie bei den anderen Projekten.

Von Nicolai Ulbrich

Quelle: HNA

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