Aktion gegen häusliche Gewalt wird auch im Schwalm-Eder-Kreis unterstützt

Rote Karte in Apotheken

Setzen sich gemeinsam gegen häusliche Gewalt ein: Von links Judith Krapp (Mitarbeiterin des Awo-Frauenhauses), Ulrike Jäger und Lisa Rosinger (Mitarbeiterinnen der Osterbach-Apotheke) sowie die Frauenbeauftragte des Schwalm-Eder-Kreises, Trudi Michelsen. Foto: privat

Schwalm-Eder. Seelische und körperliche Gewalt ist die häufigste Ursache für Verletzungen von Frauen, sie kommt häufiger vor als Verkehrsunfälle und Überfälle. Gegen häusliche Gewalt haben der Hessische Apothekenverband, die Hessischen Frauenbüros – auch aus dem Schwalm-Eder-Kreis – gemeinsam mit dem Verein Frauennetzwerk sowie dem Frauenhaus der Arbeiterwohlfahrt eine gemeinsame Aufklärungsaktion gestartet, die am Freitag begann. Aus dem Schwalm-Eder-Kreis beteiligen sich 45 Apotheken.

109 suchten Schutz

Im Landkreis suchten laut einer Statistik im laufenden Jahr 51 Frauen und 58 Kinder Schutz im Frauenhaus. 44 Mal wurde Unterstützung bei aktuellen Krisen angeboten, es gab 107 Beratungsgespräche.

Zur Unterstützung der Opfer gebe es im Landkreis ein tragfähiges Netz von Akteuren und Angeboten, heißt es in einer Pressemitteilung. Gemeinsam bieten Polizei, Jugend- und Gesundheitsamt wie auch Frauenhaus und Frauenbeauftragten mit Hilfe des Vereins Frauennetzwerk Hilfe an.

Die Apotheken machen mit Plakaten und einem Informationsflyer in Form einer Roten Karte auf die Probleme von häuslicher Gewalt aufmerksam.

Sie bieten Informationen zu folgenden Fragen: Wie kann ich helfen? An wen kann ich mich wenden? Wie kann ein Opfer häuslicher Gewalt Hilfe bekommen? Ergänzt wird diese Information durch regionale Notfall-Karten, welche Opfer häuslicher Gewalt über die regionalen Hilfsangebote von Frauenhaus, Polizei und Jugendamt informieren.

Die Apotheken sind wichtige Anlaufstellen für alle Menschen, in ihnen steht die Prävention im Mittelpunkt: Sie wollen nun ebenfalls dazu beitragen, dass wichtige Informationen an Opfer und Helfende transportiert werden.

Die Kampagne soll die Hilfsangebote bekannter machen. Insbesondere das „Hilfetelefon“ für Opfer von Gewalt mit der bundeseinheitlichen Tel-Nr. 08000 116 016 sei vielen noch fremd.

Es bietet so wie auch die Awo im Landkreis (Tel. 05681/6170) rund um die Uhr Ansprechpartnerinnen. (red)

Informationen: Kreisfrauenbüro, Trudi Michelsen, Tel. 05681/775-191. HINTERGRUND

Quelle: HNA

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